Rohstoffe

Russland verlängert Diesel-Exportverbot bis Ende Januar, lässt aber über Quoten mehr Ware ins Ausland

31. Oktober 2026, 14:24 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Die russische Regierung hat am 31. Oktober das Exportverbot für Diesel bei Produzenten bis Ende Januar 2027 verlängert. Gleichzeitig sollen Ausnahmen und Quoten deutlich mehr Lieferungen erlauben, auch für ein Abkommen mit den USA.

Das Verbot für Raffinerien, Diesel ins Ausland zu verkaufen, wäre am 31. Oktober ausgelaufen. Nun gilt es bis zum 31. Januar 2027, wie die Regierung in Moskau am Samstag mitteilte. Begründet wird der Schritt wie schon bei früheren Verlängerungen mit dem Ziel, den heimischen Treibstoffmarkt stabil zu halten. Für Händler, die selbst nicht produzieren, galt bereits ein separates Verbot bis Januar. Laut Bloomberg dürfen aber weiterhin gewisse Mengen auf den Weltmarkt fliessen.

Quoten sollen sich im November vervierfachen

Wie die Nachrichtenagentur Reuters am 29. Oktober unter Berufung auf zwei mit den Gesprächen vertraute Personen berichtete, will Moskau das Verbot mit einem Quotensystem abfedern. Im Oktober waren mehrere Raffinerien ausgenommen und durften zusammen 0,5 Mio. Tonnen exportieren. Für November sollen die Quoten auf 2 Mio. Tonnen steigen, was rund 0,5 Mio. Fass pro Tag entspricht. Eine neue Verordnung soll Anfang November die Liste der ausgenommenen Raffinerien erweitern. Lieferungen im Rahmen zwischenstaatlicher Abkommen sind ohnehin vom Verbot ausgenommen.

Hintergrund ist laut Reuters ein Abkommen über Dieselbezüge, auf das sich Moskau und Washington nach einem Telefonat zwischen Wladimir Putin und Donald Trump Anfang Oktober geeinigt haben. Gleichzeitig wurde eine Waffenruhe für Energieanlagen zwischen Russland und der Ukraine angekündigt. Vizepremier Alexander Nowak sprach von drei Tankern mit russischem Diesel, die bereits unterwegs seien. Das Energieministerium äusserte sich gegenüber Reuters nicht.

Raffinerien erholen sich von den Drohnenangriffen

Seit dem Sommer hatte Russland die Ausfuhren von Benzin und Diesel immer wieder beschränkt, weil ukrainische Drohnen zahlreiche Raffinerien getroffen hatten. Ende September behauptete das ukrainische Militär, mehr als 45 % der russischen Verarbeitungskapazität seien vorübergehend ausgefallen. Diese Angabe liess sich nicht unabhängig prüfen. In mehreren Regionen wurde Treibstoff rationiert, der Benzinpreis lag Mitte September laut der Statistikbehörde Rosstat 21 % über dem Jahresbeginn.

Inzwischen hat sich die Lage entspannt. Laut den Reuters-Quellen lag die Auslastung der Raffinerien Ende Oktober 25 % höher als zu Monatsbeginn. Die nominelle Dieselproduktion übersteigt den Inlandverbrauch um rund 40 %, Russland braucht also Absatzkanäle im Ausland. Der Ölpreis bleibt derweil hoch: Ein Fass der Nordseesorte Brent kostete am Freitag zum Handelsschluss 117,64 Dollar (CHF 97), rund 14 % mehr als Ende September.

Quellen

  1. Russia extends diesel export ban until end of January, government says (31.10.2026) – Reuters via TradingView
  2. Russia to extend diesel export ban, use quotas to fulfil US deal, sources say (29.10.2026) – Reuters via Yahoo Finance
  3. Russia to Extend Diesel Export Ban, Use Quotas to Fulfill U.S. Deal, Sources Say (29.10.2026) – The Moscow Times
  4. Government Extends Diesel Export Ban Until End of October (30.09.2026) – The Moscow Times

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.