Neues Freihandelsabkommen mit China: 99,8 % der Schweizer Exporte sollen zollfrei werden
Bundespräsident Guy Parmelin und Xi Jinping haben in Peking das überarbeitete Freihandelsabkommen unterzeichnet. Laut dem chinesischen Handelsministerium wollen Schweizer Firmen ihre Investitionen in China ausbauen, etwa in Pharma, Maschinenbau und Finanzen.
Die Schweiz und China haben am 30. Oktober in Peking ein Protokoll zur Modernisierung ihres Freihandelsabkommens von 2014 unterzeichnet. Die Unterschrift folgte auf ein Treffen von Bundespräsident Guy Parmelin mit Staatspräsident Xi Jinping. Die Verhandlungen hatten im September 2024 begonnen und waren im August nach fünf Runden abgeschlossen worden. Der Bundesrat spricht von einem verbesserten Zugang zum chinesischen Markt für Waren und Investitionen.
Fast alle Zölle fallen, aber nicht sofort
Heute gelangen gut die Hälfte der Schweizer Exporte zollfrei nach China, gemäss der staatlichen Nachrichtenagentur Katars QNA genau 53,6 %. Künftig sollen es 99,8 % sein. Rund 77,5 % dieser Waren werden mit dem Inkrafttreten sofort zollfrei, für den Rest laufen Übergangsfristen von fünf bis zehn Jahren. Das chinesische Handelsministerium nennt Kaffee, Werkzeugmaschinen und Uhren als Produkte, deren verbleibende Zölle schrittweise abgebaut werden.
Die Schweiz hatte ihre Industriezölle schon mit dem ersten Abkommen vollständig abgeschafft. Neu öffnet sie ihren Agrarmarkt stärker als in jedem bisherigen Abkommen, etwa für Ölsaaten, Pflanzenöle und Tierfutter aus China. China wiederum öffnet laut Peking unter anderem technische Prüfdienste, Finanzdienstleistungen, Seefahrt und Flugzeugwartung für Schweizer Anbieter. Neu sind ein Kapitel zum digitalen Handel und ein rechtsverbindliches Kapitel zu Handel und nachhaltiger Entwicklung mit Umwelt- und Arbeitsschutzbestimmungen. Laut Bundesrat ist es das erste solche Kapitel in einem chinesischen Freihandelsabkommen.
Schweizer Firmen kündigen mehr Investitionen an
Am gleichen Tag empfing Handelsminister Wang Wentao Parmelin und eine Wirtschaftsdelegation. Gemäss dem Ministerium sagten Schweizer Wirtschaftsvertreter, sie wollten Produktion sowie Forschung und Entwicklung in China weiter ausbauen. Genannt wurden Pharma, Maschinenbau, Finanzen, Uhren und die grüne Transformation, wie auch Bloomberg berichtet. Beträge, Zeitpläne oder Firmennamen nennt die chinesische Mitteilung nicht. Wang sagte, China wolle seine internen Verfahren rasch abschliessen, damit das Protokoll früh in Kraft trete.
China ist nach der EU und den USA der drittwichtigste Handelspartner der Schweiz. Der Warenhandel ohne Gold und andere Edelmetalle erreichte 2025 laut Schweizer Daten rund CHF 33,5 Mrd. In der Schweiz muss das Parlament dem Abkommen noch zustimmen. Die Linke hatte bereits im Juni mit einem Referendum gedroht. Ein Datum für das Inkrafttreten gibt es noch nicht.
Quellen
- Switzerland and China strengthen cooperation in trade and science (30.10.2026) – Schweizerischer Bundesrat
- 商务部国际司负责人解读中国—瑞士自由贸易协定升级议定书 (31.10.2026) – 21世纪经济报道 (21jingji)
- 瑞士联邦主席兼经济、教研部长帕姆兰率经济界代表团到访商务部 (31.10.2026) – 每日经济新闻 (NBD)
- China, Switzerland sign updated trade deal to cut tariffs (30.10.2026) – The Peninsula / QNA
- Schweizer Freihandelsabkommen mit China - Fast zollfreie Exporte (30.10.2026) – Marketscreener / Reuters
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.