Senegal: Moody's wertet Umschuldung wohl als Zahlungsausfall, Parlament kippt Budget für IWF-Hilfe
Die Lage der Gläubiger von Senegal verschärft sich. Laut Bloomberg dürfte Moody's die geplante Schuldenbehandlung als Zahlungsausfall einstufen, obwohl das Land bisher pünktlich zahlt. Zugleich lehnte das Parlament einen Budgetentwurf ab, der für IWF-Kredite wichtig ist.
Senegals Vorhaben, Schulden in Milliardenhöhe neu zu ordnen, käme nach den Regeln von Moody's wahrscheinlich einem Zahlungsausfall gleich. Das berichtete Bloomberg am 6. November. Das Land leiste seine fälligen Zahlungen weiterhin, gelte aber als der am stärksten unter Druck stehende Staatsschuldner Afrikas. Bereits am 29. Oktober hatte Moody's die Fremdwährungsnote von Caa2 um zwei Stufen auf Ca gesenkt, in die Nähe des Ausfalls. Es war die fünfte Herabstufung in Folge. Private Auslandsgläubiger könnten laut der Agentur 35 bis 65 % verlieren. S&P führt das Land schon bei CC.
Versteckte Schulden als Ursprung
Die Krise begann 2024, als Prüfer nicht ausgewiesene Schulden der früheren Regierung fanden. Die verborgenen Verpflichtungen lagen über 11 Mrd. Dollar (CHF 9 Mrd.). Laut der Nachrichtenagentur AFP lag die Staatsschuld Ende 2024 bei geschätzten 132 % des Bruttoinlandprodukts. Am 1. September startete Dakar einen Plan zur Schuldenbehandlung unter dem Common Framework der G20, einem gemeinsamen Verfahren der Gläubiger. Schulden in CFA-Franken bleiben aussen vor. Das trifft vor allem die Halter internationaler Anleihen, von denen rund 5,2 Mrd. Dollar (CHF 4,3 Mrd.) ausstehen.
Budgetstreit gefährdet die IWF-Mittel
Mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) besteht eine vorläufige Einigung über ein Programm von 2,2 Mrd. Dollar (CHF 1,8 Mrd.) für 36 Monate. Der Verwaltungsrat des Fonds hat noch nicht zugestimmt. Am 3. November verwarf die Nationalversammlung den Nachtragshaushalt 2026 deutlich. Die Partei Pastef von Parlamentspräsident Ousmane Sonko stellt die Mehrheit und ist mit Präsident Bassirou Diomaye Faye zerstritten. Sie bemängelte unter anderem die Zahlen zum Defizit und zur Schuld. Die IWF-Gespräche sind damit erschwert, laut Medienberichten aber nicht automatisch unterbrochen.
Auch die Gläubiger stellen Bedingungen. Eine Gruppe, die rund 2,2 Mrd. Dollar (CHF 1,8 Mrd.) der Anleihen hält, warnte laut Medienberichten vor einem Kapitalschnitt. Dieser könne die Gespräche erheblich verzögern. IWF-Chefin Kristalina Georgieva sprach laut Rio Times von einem Testfall für das Verfahren.
Quellen
- Moody’s Warns Senegal Debt Rework Likely Tantamount to Default (06.11.2026) – Bloomberg (Feed-Zusammenfassung)
- Au Sénégal, rejet d'un budget rectificatif jugé crucial pour une aide du FMI (03.11.2026) – AFP via Fortuneo
- Sénégal: Le rejet de la loi de finances rectificative 2026 plonge le gouvernement dans une impasse budgétaire (03.11.2026) – allAfrica
- Moody's Cuts Senegal to Ca on Bond Losses (30.10.2026) – The Rio Times
- Senegal Bondholders With US$2.2bn Warn Against a Haircut (14.10.2026) – The Rio Times
- Senegal Debt Plan Avoids the Word Restructuring (14.09.2026) – The Rio Times
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.