Sony hebt die Gewinnprognose um 9 % an, Nintendo verfehlt die Schätzungen: Speicherchips belasten beide
Die zwei grossen japanischen Spielekonzerne laufen auseinander. Sony profitiert von einem Spider-Man-Film und erhöht den Ausblick, bei Nintendo sinken Quartalsgewinn und Absatz der Switch 2. Für beide wird der KI-Boom zum Kostenfaktor.
Sony und Nintendo haben am 5. November ihre Zahlen für das Quartal von Juli bis September vorgelegt. Sony steigerte den Betriebsgewinn um 45 % auf 622,3 Mrd. Yen (CHF 3,2 Mrd.). Analysten hatten im Schnitt nur 505 Mrd. Yen (CHF 2,6 Mrd.) erwartet. Der Reingewinn legte um 44 % auf 449,6 Mrd. Yen (CHF 2,3 Mrd.) zu. Die Gewinnprognose für das Geschäftsjahr erhöhte der Konzern um 9 %.
Als wichtigsten Treiber nennt Sony den Kinofilm «Spider-Man: Brand New Day». Auch für die Chip- und die Musiksparte ist der Konzern zuversichtlicher geworden. Bei den Konsolen zeigt sich dagegen ein anderes Bild: Sony verkaufte 2,6 Millionen PlayStation 5, nach 4 Millionen vor einem Jahr. Hoffnung ruht nun auf «Grand Theft Auto VI», das am 19. November erscheint. Finanzchef Lin Tao betonte laut Reuters, angesichts der Schwierigkeiten bei der Hardware sei es wichtig, die Nutzer zu binden.
Nintendo fehlen die grossen Titel
Bei Nintendo sank der Betriebsgewinn um 16 % auf 73,9 Mrd. Yen (CHF 382 Mio.). Auch der Umsatz ging zurück. Der Reingewinn fiel um 29 % auf 73,5 Mrd. Yen (CHF 379 Mio.), laut einer Bloomberg-Umfrage waren 82,2 Mrd. Yen (CHF 424 Mio.) erwartet worden. Im ersten Halbjahr sieht es besser aus: Dort stieg der Reingewinn um 11 %, wozu laut Nintendo auch Rückerstattungen von US-Zöllen beitrugen.
Der Absatz der Switch 2 lag im Halbjahr bei knapp 6,5 Millionen Geräten, nach rund 10,4 Millionen im Vorjahr, dem Startjahr der Konsole. Am Jahresziel von 16,5 Millionen Geräten hält Nintendo fest, ebenso an der Gewinnprognose von 310 Mrd. Yen (CHF 1,6 Mrd.). Im zweiten Halbjahr müssen also rund 10 Millionen Geräte verkauft werden. Das Remake «The Legend of Zelda: Ocarina of Time» kam am 5. November auf den Markt. Der Analyst Serkan Toto von Kantan Games erwartet laut Reuters aber, dass Nintendo die ganz grossen Spiele für das nächste Geschäftsjahr aufspart.
Der KI-Boom verteuert die Konsolen
Beide Konzerne leiden unter den stark gestiegenen Preisen für Speicherchips, die der Ausbau von KI-Rechenzentren ausgelöst hat. Nintendo hat die Switch 2 deswegen bereits verteuert. Präsident Shuntaro Furukawa sagte, die Lage habe sich nicht wesentlich verändert, der Konzern könne sich aber genügend Speicher sichern. Weitere Preisanpassungen seien derzeit nicht geplant.
An der Börse in Tokio schlossen beide Aktien am Donnerstag im Plus: Sony gewann 7,1 % auf 4211 Yen (CHF 21.74), Nintendo 6,3 % auf 8880 Yen (CHF 45.85). Das geht aus den Daten von Yahoo Finance hervor. Der Veröffentlichungszeitpunkt von Nintendos Zahlen ist in den Quellen nicht genannt, die Reaktion darauf könnte daher noch ausstehen.
Quellen
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.