EZB-Spitze: Spanien schickt BIZ-Chef Hernández de Cos ins Rennen gegen Klaas Knot
Spanien hat am Freitag Pablo Hernández de Cos offiziell für die Nachfolge von Christine Lagarde vorgeschlagen. Der Chef der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel tritt gegen den Niederländer Klaas Knot an. Am Montag beraten die Euro-Finanzminister.
Die Regierung in Madrid hat ihren Kandidaten am 6. November in einem Schreiben an Kyriakos Pierrakakis benannt, den Vorsitzenden der Eurogruppe. Das meldet die Agentur Reuters. Die Frist für Vorschläge läuft laut der spanischen Zeitung Público am Freitag um 17 Uhr ab. Danach gibt Pierrakakis die Liste der Bewerber bekannt. Bis am Donnerstag hatte neben den Niederlanden kein weiteres Land eine Kandidatur angekündigt.
Hernández de Cos ist 55 Jahre alt und führt die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) seit Juli 2025. Zuvor war er von 2018 bis 2024 Gouverneur der Banco de España und leitete bis 2024 den Basler Ausschuss für Bankenaufsicht. Er wäre der erste Spanier an der Spitze der Europäischen Zentralbank (EZB). Sollte er gewählt werden, müsste die BIZ in Basel ihre Führung neu besetzen.
Taube gegen Falke
Die Wahl ist auch eine Richtungsfrage. Die italienische Zeitung Il Foglio zitiert Reuters, wonach Hernández de Cos als moderate Taube gilt, also als eher zinsfreundlich. Kollegen beschreiben ihn demnach als Pragmatiker, der auf Daten schaut. Knot, 59, führte die niederländische Notenbank von 2011 bis 2025 und gilt als Vertreter einer strengeren Geldpolitik. Ein französischer Vertreter nannte ihn gegenüber Reuters sinngemäss einen Falken, aber einen klugen. Allerdings sitzt mit Frank Elderson bereits ein Niederländer bis 2028 im EZB-Direktorium, was Knots Bewerbung erschweren könnte.
Ein Paket mit weiteren Posten
Lagarde tritt am 7. Februar 2027 vorzeitig zurück. Die Finanzminister der Euro-Länder prüfen die Vorschläge am Montag, 9. November. Ernannt wird die neue Führung von den EU-Staaten auf Grundlage einer Empfehlung der Euro-Länder. Das Amt hängt zudem an weiteren Personalien. Laut Il Foglio verlässt Isabel Schnabel das Direktorium am 3. Januar in Richtung Internationaler Währungsfonds, und Berlin will eine deutsche Kandidatur vorlegen. Chefökonom Philip Lane geht bis im Mai. Frankreich soll sich für diesen Posten interessieren. Wird Hernández de Cos Präsident, dürfte das Amt des Chefökonomen an ein nördliches Land gehen, damit die Lager im EZB-Rat im Gleichgewicht bleiben.
Die Entscheidung fällt in einer heiklen Phase. Die Teuerung im Euro-Raum lag im Oktober laut Eurostat bei 4,0 %, und die EZB hat den Zins in diesem Jahr bereits zweimal erhöht.
Quellen
- Spanien nominiert Kandidaten Hernandez de Cos für Nachfolge Lagardes (06.11.2026) – cash.ch / Reuters
- España formalizará este viernes la candidatura de Hernández de Cos para presidir el BCE (05.11.2026) – Público
- Spain's de Cos and the Dutchman Knot: who are the two economists in the running to succeed Lagarde at the ECB? (29.10.2026) – Il Foglio
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.