Schweiz

Swiss kündigt höhere Ticketpreise an: Kerosin ab 2027 nur noch zur Hälfte abgesichert

1. November 2026, 18:24 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Swiss-Chef Jens Fehlinger will die gestiegenen Treibstoffkosten teilweise an die Passagiere weitergeben. Ab Anfang 2027 schützt die Absicherung nur noch die Hälfte des Kerosinbedarfs. Zudem droht Streit mit den Piloten.

Flugreisen mit der Swiss dürften teurer werden. Konzernchef Jens Fehlinger kündigte in Interviews mit der «SonntagsZeitung» und dem «SonntagsBlick» vom 1. November an, dass die Airline die höheren Kerosinkosten zum Teil über die Ticketpreise ausgleichen muss. Auslöser ist der starke Anstieg der Ölpreise infolge des Iran-Kriegs. Kerosin sei der grösste Kostenposten der Fluggesellschaft, das treffe die Swiss hart, sagte Fehlinger.

Wie stark die Preise steigen, liess der Swiss-Chef offen. Das hänge von Angebot und Nachfrage ab. Derzeit seien die Kunden bereit, einen Teil der Mehrkosten zu tragen. Im Extremfall könnten auch Flüge gestrichen werden.

Absicherung läuft teilweise aus

Bisher federt die Swiss den Preisschock mit Termingeschäften ab. Bis Ende 2026 sind rund 80 % des benötigten Kerosins zu Preisen gesichert, die laut Fehlinger deutlich unter dem heutigen Niveau liegen. Ab Anfang 2027 sinkt dieser Anteil auf 50 %. Damit schlägt der aktuelle Marktpreis im neuen Jahr deutlich stärker auf die Kosten durch. Bei solchen Absicherungen legt eine Airline einen Teil ihres künftigen Treibstoffbedarfs im Voraus zu einem festen Preis fest.

Wachstum stockt

Fehlinger würde die Swiss gerne wachsen lassen, sieht aber mehrere Bremsen. Neben den Treibstoffkosten nennt er Lufträume, die wegen internationaler Konflikte gesperrt sind. Dazu kommen Lieferprobleme, die seit der Corona-Pandemie andauern, vor allem bei Triebwerken. Flugzeuge stehen deshalb länger am Boden als geplant. Piloten habe die Swiss zwar genug, sie liessen sich aber nicht immer auf den Flugzeugtypen einsetzen, auf denen sie gebraucht würden.

Zusätzlich belastet ein Tarifkonflikt. Der Gesamtarbeitsvertrag mit den Swiss-Piloten läuft Ende 2026 aus, die Verhandlungen sind laut «SonntagsBlick» festgefahren. Die Piloten verlangen planbarere Freizeit, die Airline im Gegenzug mehr Flexibilität. Fehlinger zeigte sich offen für eine Mediation und warnte, ein Streik wäre für niemanden gut. In der Verwaltung soll die Zahl der Stellen um rund 10 % sinken, ohne Entlassungen, über freiwillige Massnahmen und natürliche Fluktuation.

Die Swiss gehört zur deutschen Lufthansa-Gruppe. Andere europäische Airlines seien finanziell erfolgreicher, räumte Fehlinger ein. Die Swiss profitiere aber vom guten Heimmarkt und der robusten Schweizer Wirtschaft.

Quellen

  1. Swiss-Chef Fehlinger kündigt höhere Ticketpreise wegen Iran-Krieg an (01.11.2026) – cash.ch / AWP
  2. Swiss muss Ticket-Preise erhöhen (01.11.2026) – 20 Minuten
  3. Presseschau vom Wochenende 44 (31. Oktober/01. November) (01.11.2026) – cash.ch / AWP

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.