Rohstoffe

Rabattgold aus Liechtenstein: 2800 TGI-Kunden warten auf 45 Mio. Euro (CHF 41 Mio.)

4. November 2026, 07:25 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Beim Liechtensteiner Goldhändler TGI stockt die behördlich angeordnete Rückzahlung. Laut Handelsblatt sind rund 45 Mio. Euro (CHF 41 Mio.) blockiert, etwa 2800 Kunden warten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt, TGI bestreitet die Vorwürfe.

Der Fall TGI zeigt, wie riskant Gold auf Vorkasse sein kann. Laut einem Bericht des Handelsblatts vom 4. November können rund 2800 Kunden, die am 31. Juli eine Auszahlung beantragt hatten, nicht bedient werden. Ein TGI-Anwalt beziffert die blockierten Rückzahlungen auf rund 45 Mio. Euro (CHF 41 Mio.). Die angekündigte Bearbeitungszeit von sechs bis acht Wochen ist abgelaufen.

So funktionierte das Modell

TGI verkaufte bis Juli Gold mit hohen Rabatten. Die Kunden zahlten im Voraus und sollten das Metall bis zu drei Jahre später erhalten. Laut dem Fachportal Das Investment betrugen die Rabatte bis zu 70 %. In sozialen Medien warb TGI gemäss Handelsblatt je nach Modell mit Gewinnen von 72 bis 144 %.

Die Behörden griffen in diesem Jahr ein. Die deutsche Finanzaufsicht BaFin untersagte im April zwei Kernprodukte. Am 28. Mai stoppte die Liechtensteiner Finanzmarktaufsicht FMA drei Angebote, weil sie darin unerlaubte Einlagengeschäfte sieht, und ordnete die Rückzahlung an. TGI weist diese Sicht zurück und spricht von gewöhnlichen Goldkäufen. Die Liechtensteiner Staatsanwaltschaft ermittelt laut dem Magazin News wegen des Verdachts auf gewerbsmässigen schweren Betrug und Geldwäsche. Nach Medienberichten geht sie von einem Schneeballsystem aus, bei dem alte Kunden mit dem Geld neuer Kunden bezahlt werden. Das Unternehmen bestreitet dies, es gilt die Unschuldsvermutung. Ein Wiener Gericht hatte TGI-Präsident Helmut Kaltenegger 2025 von einem früheren Betrugsverdacht freigesprochen.

Wo das Geld und das Gold liegen

Laut Handelsblatt setzte eine Korrespondenzbank, also eine Bank, die internationale Zahlungen für andere Institute abwickelt, Ende September die Rückzahlungen aus Compliance-Gründen aus. Wenige Tage zuvor blockierten deutsche Behörden das Konto einer Treuhand- und Inkassostruktur, die für TGI Zahlungen abwickelte. In einem Video sagt Kaltenegger, das Geld liege auf den Konten, und rät Kunden, einen Anwalt zu nehmen.

Unklar bleibt die Deckung. Das bei einer Razzia beschlagnahmte Gold ist laut TGI nur rund 3 Mio. Euro (CHF 2,8 Mio.) wert. Der Händler verweist auf Partner in Ghana und Sierra Leone, wo 2,18 Tonnen liegen sollen. Ob dieses Gold den Kunden zugeordnet werden kann, ist laut Handelsblatt umstritten. Laut dem Gerichtsbeschluss zur Razzia stiessen die Ermittler auf 68 Konten, über die Kundengelder geflossen sein könnten, keines lautet auf TGI.

TGI hat den Betrieb in Liechtenstein zum 31. Juli eingestellt und bot die Übertragung auf die Trust Gold International Ltd. auf Mauritius an. Zur Kundenzahl gibt es verschiedene Angaben: TGI nannte zuletzt rund 40 000, eine interne Liste im Besitz des Handelsblatts enthält rund 20 000 Namen.

Quellen

  1. Konto des Goldhändlers TGI gesperrt – 2800 Kunden warten auf 45 Millionen Euro (04.11.2026) – Handelsblatt
  2. FMA verbietet TGI-Goldmodelle: Was Kunden jetzt wissen müssen (29.05.2026) – Das Investment
  3. Goldanbieter TGI verlässt Liechtenstein in Richtung Mauritius (03.08.2026) – News.at

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.