TGV M startet: Alstom liefert den Prestigezug, doch die Aktie liegt seit Montag rund 31 % tiefer
Mit über zwei Jahren Verspätung soll am Freitag der neue TGV M zwischen Paris und Marseille fahren. Für Hersteller Alstom ist es ein Lichtblick in einer schwierigen Woche. Die Gewinnwarnung vom Montag hat den Börsenwert um fast ein Drittel schrumpfen lassen.
Die SNCF schickt am 6. November ihren neuen Hochgeschwindigkeitszug auf die Strecke Paris–Marseille. Bei Hersteller Alstom heisst er TGV Avelia. Ursprünglich sollte er zu den Olympischen Spielen 2024 fahren. Danach wurde der Start mehrfach verschoben, auch wegen Streits zwischen Hersteller und Betreiber sowie wegen Testfahrten. Die EU-Bahnagentur erteilte die Zulassung erst am 29. Mai 2026.
Der Doppelstockzug bietet 740 Plätze und damit rund 20 % mehr als sein Vorgänger. Laut SNCF verbraucht er etwa 20 % weniger Energie. Der Start erfolgt in kleinem Rahmen: Laut Journal du Geek stehen zunächst sieben Züge bereit. Wie viele es bis Ende Jahr werden, ist je nach Quelle unterschiedlich angegeben.
160 Züge für 4,6 Mrd. Euro
Für Alstom ist das Programm ein Grossauftrag. Seit 2018 hat die SNCF rund 160 Züge für etwa 4,6 Mrd. Euro (CHF 4,2 Mrd.) bestellt: 100 im Jahr 2018, 15 im Jahr 2022, 30 im Jahr 2025 für Verbindungen unter dem Ärmelkanal und 15 im Januar 2026. Die letzte Tranche, unter anderem für Belgien, kostete 600 Mio. Euro (CHF 550 Mio.). Ab 2027 sollen laut Medienberichten rund 12 bis 15 Züge pro Jahr folgen, die Verbindung Paris–Mailand ist für Mitte 2028 geplant.
Die Baustelle liegt in Deutschland
An der Börse zählt derzeit aber etwas anderes. Am 2. November senkte Alstom die Prognose für das Geschäftsjahr 2026/27 drastisch. Die bereinigte operative Marge soll nur noch etwa 1 % statt 6,5 % erreichen, der freie Cashflow wird bei minus 1,5 Mrd. Euro (CHF 1,4 Mrd.) erwartet. Im ersten Halbjahr rutschte die Marge auf etwa minus 4 %. Hauptgrund ist die von Bombardier übernommene Regionalzug-Reihe Coradia Max mit sechs Verträgen für deutsche Kunden.
Die Aktie schloss am 30. Oktober bei 15,81 Euro (CHF 14,50) und am Donnerstag bei 10,96 Euro (CHF 10,05), ein Minus von rund 31 %. JP Morgan und Citigroup stuften das Papier auf neutral herab. Die Nettoverschuldung stieg per Ende September auf 1,1 Mrd. Euro (CHF 1 Mrd.). Bis September 2027 will der Konzern sie um rund 2 Mrd. Euro (CHF 1,8 Mrd.) senken, auch mit Verkäufen von Unternehmensteilen. Analyst Kulwinder Rajpal von AlphaValue rechnet vor dem Kapitalmarkttag im zweiten Quartal 2027 mit einer weiteren Warnung, wie Reuters berichtete.
Die nächsten Termine sind die Halbjahresdetails am 17. November und die Zahlen zum dritten Quartal am 19. Januar 2027.
Quellen
- La SNCF va inaugurer le 6 novembre son TGV de nouvelle génération sur la liaison Paris-Marseille (Oktober 2026) – Sud Radio / AFP
- Les nouveaux TGV entrent en circulation le 6 novembre (19.10.2026) – Journal du Geek
- TGV-M : le pari à 4,6 milliards qui doit sauver la SNCF (2026) – Économie Matin
- Alstom chute de 26 % en Bourse après des résultats semestriels très décevants (02.11.2026) – ABC Bourse
- Alstom recule, inquiétudes sur son redressement après l'abaissement des perspectives 2026/27 (03.11.2026) – Boursorama / Reuters
- Kursdaten ALO.PA (06.11.2026) – Yahoo Finance
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.