Unternehmen

Thyssenkrupp: Grünstahl-Anlage in Duisburg startet erst 2029, Fördergeld fliesst mit lockereren Regeln

6. November 2026, 17:46 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Die Direktreduktionsanlage von Thyssenkrupp Steel Europe in Duisburg geht rund zwei Jahre später in Betrieb als geplant. Das Projekt kostet etwa 3 Mrd. Euro (CHF 2,7 Mrd.), bis zu 2 Mrd. Euro (CHF 1,8 Mrd.) davon zahlt der Staat.

Das grösste deutsche Stahlunternehmen braucht für den Einstieg in den klimafreundlicheren Stahl mehr Zeit. Die Anlage soll laut einem Dokument der EU-Kommission 2029 statt 2027 anlaufen. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa, zuerst hatte Politico darüber geschrieben. Thyssenkrupp Steel Europe bestätigte die Verzögerung und begründete sie vor allem mit der Ingenieurphase. Der Hochlauf solle sich eng an der Marktentwicklung und der Verfügbarkeit von Wasserstoff orientieren.

Wasserstoff fehlt und bleibt teuer

In einer Direktreduktionsanlage wird Eisenerz nicht mit Kohle im Hochofen, sondern mit Wasserstoff oder Gas zu Eisen verarbeitet. Das Unternehmen sagt, der Wasserstoffmarkt entwickle sich langsamer als erwartet. Produktionskapazitäten, Leitungen und Importwege fehlten noch in der nötigen Grösse. Grüner Wasserstoff, also mit erneuerbarem Strom erzeugter, sei zudem deutlich teurer als angenommen und noch nicht wettbewerbsfähig.

Darauf hat die Förderung reagiert. Laut den geänderten Bedingungen darf während einer Übergangszeit mehr Erdgas beigemischt werden. Mit dem Gasbetrieb sinkt der CO2-Ausstoss laut Thyssenkrupp im Vergleich zur Hochofenroute trotzdem um mehr als die Hälfte. Das Handelsblatt weist allerdings darauf hin, dass dies dem Gedanken von grünem Stahl widerspricht.

Baustelle läuft, Steuerzahler tragen das Meiste

Der Bau hatte Anfang 2024 begonnen. Derzeit entsteht der Turm der Anlage, die Fundamente für zwei Schmelzer werden erstellt, und mehrere Schaltanlagengebäude sind fertig. Vom Fördergeld stammen zwei Drittel vom Bund und ein Drittel vom Land Nordrhein-Westfalen. Das Land hatte seinen Beitrag von bis zu 700 Mio. Euro (CHF 640 Mio.) im Juli 2023 als grösste Einzelförderung seiner Geschichte bezeichnet. Die EU-Kommission hatte die Hilfen damals genehmigt.

Damals stellte das Land in Aussicht, den CO2-Ausstoss der Produktion «zeitnah» um knapp 20 % zu senken. Das entspreche 8 % der Treibhausgasemissionen der gesamten Industrie in Nordrhein-Westfalen. Mit dem Start 2029 rückt dieses Ziel nun zwei Jahre weiter nach hinten.

Quellen

  1. Wasserstoff statt Kohle: Start einer Produktionsanlage für Grünstahl verzögert sich (06.11.2026) – Handelsblatt
  2. Start einer Produktionsanlage für Grünstahl verzögert sich (06.11.2026) – t-online / dpa
  3. EU-Kommission genehmigt Förderung für Direktreduktionsanlage von Thyssenkrupp Steel in Duisburg (20.07.2023) – Land Nordrhein-Westfalen

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.