Bloomberg und Hochfrequenzhändler zahlen offenbar für schnelleren Zugang zu Trumps Posts
Laut Insidern zählen Bloomberg sowie die Handelsfirmen Susquehanna und Jump Trading zu den Kunden des Datenfeeds von Truth Social. Abonnenten sollen Trumps Beiträge vor allen anderen erhalten, für bis zu 100'000 Dollar (CHF 82'500) im Monat.
Die von Donald Trump gegründete Plattform Truth Social verkauft Finanzfirmen einen Zeitvorsprung bei den Beiträgen des US-Präsidenten. Wie die Nachrichtenagentur Reuters am 31. Oktober unter Berufung auf Insider berichtete, gehören der Finanzdatendienst Bloomberg sowie die beiden auf Hochfrequenzhandel spezialisierten Firmen Susquehanna International Group und Jump Trading zu den Kunden. Beim Hochfrequenzhandel kaufen und verkaufen Computerprogramme Wertpapiere in Sekundenbruchteilen.
Die Firmen zahlen laut dem Bericht bis zu 100'000 Dollar (CHF 82'500) pro Monat. Bloomberg, Susquehanna und Jump Trading wollten sich nicht äussern. Trump Media, die Betreiberin von Truth Social, bezeichnete das Angebot als branchenübliches Datenprodukt. Der Bericht stütze sich auf irreführende Angaben anonymer Quellen.
Ein Produkt für algorithmische Händler
Trump Media hatte die sogenannte Truth API am 16. Juli angekündigt. Eine API ist eine Programmierschnittstelle, über die Computer Daten direkt abrufen können. Der Feed ist seit dem 1. August in Betrieb und liefert Beiträge der einflussreichsten Konten auf der Plattform, darunter jenes des Präsidenten, samt einem Archiv bis 2022. Zielgruppe sind ausdrücklich algorithmische Handelsfirmen, die auf jede Verzögerung empfindlich reagieren.
Bei der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen im August nannte das Unternehmen gemäss CNN mehr als zehn Kundenverträge, vor allem mit Hochfrequenzhändlern. Die Preise lägen zwischen 60'000 Dollar (CHF 49'500) und 100'000 Dollar (CHF 82'500) im Monat. Die Kunden erhalten die Beiträge laut diesen Angaben Sekundenbruchteile, bevor sie öffentlich sichtbar sind.
Kritik aus dem Kongress und eine Klage
Kritiker sehen einen unfairen Vorteil für professionelle Händler gegenüber Privatanlegern. Trumps Beiträge zu Zöllen, Zinsen oder Unternehmen haben wiederholt Kurse bewegt. Die demokratischen Senatoren Elizabeth Warren und Adam Schiff baten die Aufsichtsbehörden zu prüfen, ob das Modell gegen Wertpapiergesetze verstösst. Gegen das Bezahlmodell ist zudem eine Klage hängig. Sie argumentiert, eine finanzielle Hürde beim Zugang zu Regierungsinformationen könnte verfassungswidrig sein.
Laut Reuters ist es vermutlich das erste Mal, dass ein Unternehmen mit Verbindung zu einem amtierenden Präsidenten den Zugang zu dessen Äusserungen verkauft. Eine Familienstiftung, deren alleiniger Begünstigter Trump ist, hält 41 % an Trump Media. Ein Sprecher des Weissen Hauses sagte, weder Trump noch seine Familie seien direkt an Anlageentscheidungen beteiligt.
Aktie von Trump Media unter Druck
Für Trump Media ist der Datenfeed eine der wenigen neuen Einnahmequellen. Im zuletzt gemeldeten Quartal setzte die Firma laut CNN nur 1,7 Mio. Dollar (CHF 1,4 Mio.) um und schrieb einen Verlust von 238 Mio. Dollar (CHF 196 Mio.). Die Aktie mit dem Kürzel DJT schloss am 30. Oktober bei 5,59 Dollar (CHF 4,61). Das sind rund 58 % weniger als Ende 2025, allein im Oktober verlor das Papier gut 38 %.
Quellen
- Wall-Street-Firmen zahlen offenbar hohe Summen für schnellen Zugang zu Trumps Posts (31.10.2026) – cash.ch / Reuters
- Trump Media says firms pay $100K for faster Truth Social access (11.08.2026) – NBC Palm Springs / CNN
- Trump Media to license Truth Social data to financial services firms (16.07.2026) – The Star / Reuters
- Truth API: What we know about Truth Social's paid data feed (2026) – Neudata
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.