Türkei plant 500 Mrd. Dollar (CHF 408 Mrd.) für Energie bis 2040: Strombedarf soll fast doppelt so hoch werden
Energieminister Alparslan Bayraktar hat am 5. November die Strategie «Nationale Energie 2040» vorgestellt. Die Türkei will 500 Mrd. Dollar (CHF 408 Mrd.) investieren, ihre Stromkapazität mehr als verdoppeln und bei Öl und Gas unabhängig werden.
Die Türkei importiert heute den grössten Teil ihrer Energie, nur rund 15 % des Verbrauchs an Öl und Gas stammen aus dem eigenen Land. Das soll sich bis 2040 ändern. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtet, umfasst der Plan Investitionen von 500 Mrd. Dollar (CHF 408 Mrd.), davon 210 Mrd. Dollar (CHF 172 Mrd.) über die fünf Staatsfirmen TEİAŞ, EÜAŞ, Eti Maden, TPAO und BOTAŞ. Rund 108 000 direkte Stellen sollen entstehen.
Sonne, Wind und Atomkraft
Der Strom steht im Zentrum. Die installierte Leistung soll von 123 auf 281 Gigawatt steigen, dafür sind 190 Mrd. Dollar (CHF 155 Mrd.) vorgesehen. Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Kapazität wächst von 63 % auf 77 %. Die Solarleistung soll von 26 auf 112 Gigawatt zunehmen, die Windkraft von 15 auf 63 Gigawatt. Für Sonne und Wind sind 100 Mrd. Dollar (CHF 82 Mrd.) eingeplant.
Die Kernenergie soll bis 2040 auf 10 Gigawatt wachsen, mit den Standorten Akkuyu, Sinop und Thrakien sowie kleinen modularen Reaktoren. Über zwei weitere Atomkraftwerke will Ankara laut ORF 2027 entscheiden. Die Netze erhalten 116 Mrd. Dollar (CHF 95 Mrd.), unter anderem für 10 000 Kilometer Hochspannungs-Gleichstromleitungen. Elektrifizierung ist dabei das zentrale Stichwort: Laut Reuters-Berechnungen, die der ORF zitiert, fliessen knapp 300 Mrd. Euro (CHF 275 Mrd.) dorthin.
Mehr Nachfrage, weniger Öl
Der Stromverbrauch soll von 365 auf 680 Terawattstunden steigen. Davon entfallen 90 Terawattstunden auf Elektroautos, von denen bis 2040 rund 20 Millionen auf den Strassen fahren sollen. Gleichzeitig soll der Ölverbrauch von 993 000 auf 718 000 Barrel pro Tag sinken, der Gasverbrauch von 59 auf 57 Mrd. Kubikmeter.
Das Ziel, Öl und Gas vollständig selbst zu fördern, ist sehr ehrgeizig. Es verlangt eine Förderung von 1,7 Mio. Barrel Öläquivalent pro Tag, also der Energie von Öl und Gas zusammen. Wie die Milliarden finanziert werden, geht aus den vorliegenden Berichten nicht im Detail hervor.
Für die Türkei geht es auch um die Aussenhandelsbilanz, denn Energieimporte müssen in Devisen bezahlt werden. Weniger Einfuhren würden das Land gegenüber Preisschocks robuster machen.
Quellen
- Énergie : la Türkiye prévoit 500 milliards de dollars d'investissements d'ici 2040 (05.11.2026) – Anadolu Ajansı
- Türkiye eyes $500B investment under 'National Energy 2040' vision (05.11.2026) – TRT World
- Türkei investiert Hunderte Milliarden in Energieplan (05.11.2026) – ORF
- Energie: Türkei setzt mit 500-Milliarden-Dollar-Energieplan auf Elektrifizierung (05.11.2026) – Handelsblatt
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.