Schweiz

Uhrenexporte steigen im September um 11,7 %, doch die Zahlen täuschen

25. Oktober 2026, 14:01 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Die Schweizer Uhrenindustrie meldet das dritte Exportplus in Folge. Der Blick in die Details zeigt allerdings, dass Zollverschiebungen und ein schwacher Vorjahresmonat das Bild verzerren.

Die Schweizer Uhrenbranche hat im September Uhren im Wert von 2,23 Milliarden Franken exportiert. Das sind 11,7 % mehr als im Vorjahresmonat, wie der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie (FH) am 20. Oktober mitteilte. Schon im Juli (+9,6 %) und im August (+9,1 %) waren die Ausfuhren gestiegen. Über die ersten neun Monate gerechnet bleibt aber ein Plus von nur 2,7 % auf 19,5 Milliarden Franken.

USA: plus 86 % wegen des schwachen Vorjahres

Am stärksten fiel der Zuwachs im wichtigsten Absatzmarkt aus. Die Lieferungen in die USA stiegen um 86 %. Der Verband spricht von einem «günstigen Basiseffekt». Im August 2025 hatten die USA einen Zusatzzoll von 39 % auf die meisten Schweizer Waren eingeführt, worauf die Exporte dorthin einbrachen. Zuvor hatten viele Hersteller noch rasch grosse Mengen über den Atlantik geschickt. Mitte November 2025 einigten sich Bern und Washington darauf, den Zoll auf 15 % zu begrenzen.

Frankreich als Drehscheibe

Auffällig ist der Sprung der Exporte nach Frankreich um 128 %. Auch hier spielt die US-Zollpolitik mit. Weil Einfuhren aus der EU in den USA tiefer belastet wurden als solche aus der Schweiz, diente Frankreich manchen Herstellern als logistische Drehscheibe. Ein Teil dieser Uhren dürfte also nicht in Frankreich bleiben, sondern weiterreisen. Insgesamt legten die Ausfuhren in die EU um 15,5 % zu.

In Asien zeigt sich ein gemischtes Bild. Japan (+12,3 %) und Hongkong (+3,0 %) wuchsen, die Exporte nach China schrumpften dagegen um 14,2 %. Der Verband führt das auf einen ungünstigen Vergleich mit dem Vorjahr zurück.

Günstige Uhren legen besonders zu

Nach Preisklassen wuchsen vor allem die günstigeren Modelle. Uhren unter 200 Franken legten um 30 % zu, jene zwischen 200 und 500 Franken sogar um 52 %. Im Luxussegment ab 3000 Franken betrug das Plus 9,9 %. Damit setzte sich ein Trend aus dem Vormonat fort.

Für die börsenkotierten Uhren- und Luxuskonzerne wie Swatch Group und Richemont bleibt das Umfeld anspruchsvoll. Die Branche hängt stark vom weiteren Verlauf des Zollkonflikts mit den USA ab, ebenso von der Nachfrage aus China, die im September erneut rückläufig war.

Quellen

  1. Swiss watch exports rise again in September (20.10.2026) – blue News / Keystone-SDA
  2. Schweizer Uhrenexporte legen im September erneut zu (20.10.2026) – Moneycab
  3. Schweizer Uhrenexporte, 20. Oktober 2026 – Plattform J
  4. Zollbericht: Abkommen USA–Schweiz (24.2.2026) – Germany Trade & Invest

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.