RWE-Chef Krebber bestätigt indirekt Gebot für Uniper: Kehrtwende im Rennen um den deutschen Gaskonzern
Im August wollte RWE von Uniper noch nichts wissen. Nun hat Konzernchef Markus Krebber in Abu Dhabi indirekt bestätigt, dass RWE gemeinsam mit KKR mitbietet. Beim Verkauf durch den deutschen Staat geht es laut Reuters um rund 10 Mrd. Euro (CHF 9,2 Mrd.).
Krebber äusserte sich am 2. November auf der Energiekonferenz ADIPEC in Abu Dhabi. Auf die Frage, ob RWE zusammen mit dem Finanzinvestor KKR ein unverbindliches Angebot abgegeben habe, antwortete er knapp: «It sounds right», also sinngemäss: Das klingt richtig. RWE wollte die Aussage laut Handelsblatt nicht kommentieren, KKR äusserte sich zunächst nicht. Insider hatten der Nachrichtenagentur Reuters schon zuvor von dem Konsortium berichtet.
Bemerkenswert ist der Sinneswandel. Noch im August hatte Krebber gesagt, RWE habe kein Interesse an Uniper. An der Börse war die Reaktion verhalten: Die Uniper-Aktie lag am Nachmittag bei rund 43,45 Euro (CHF 39,90), gut 0,5 % über dem Freitagsschluss. Weil fast alle Aktien dem Staat gehören, ist der Kurs allerdings nur begrenzt aussagekräftig.
Ein dichtes Bieterfeld
Der Bund hatte Uniper 2022 verstaatlicht, um in der Energiekrise eine Pleite des Gashändlers abzuwenden. Das Finanzministerium hält 99,12 % und will bis zu 74,12 % abgeben. Die EU verlangt, dass der Anteil bis Ende 2028 auf höchstens 25 % plus eine Aktie sinkt. So bliebe dem Staat eine Sperrminorität. Beraten wird der Bund von JP Morgan und der UBS, geprüft werden laut Reuters sowohl ein Verkauf als auch ein Börsengang.
Die Frist für unverbindliche Gebote lief am 21. September ab. Neben RWE und KKR sollen sich laut Reuters-Berichten vom Oktober der norwegische Energiekonzern Equinor, die EPH-Gruppe des tschechischen Milliardärs Daniel Kretinsky, Apollo Global Management sowie ein Duo aus Brookfield und dem kanadischen Pensionsfonds CPPIB beworben haben. Bestätigt sind diese Namen offiziell nicht. Wer in die nächste Runde kommt, sollte laut den Berichten innerhalb weniger Wochen feststehen.
Widerstand im Betrieb
Offen ist, ob und in welcher Form RWE und KKR zum Zug kämen und wie sie sich Uniper aufteilen würden. Das Interesse richtet sich nicht bei allen auf den ganzen Konzern: Vattenfall und Fortum hatten laut Berichten vom Juni vor allem die schwedischen Atom- und Wasserkraftwerke im Blick. Der Betriebsrat und die Gewerkschaften Verdi und IGBCE lehnen einen Direktverkauf ab und ziehen einen Börsengang vor. Für das Gesamtjahr stellte Uniper im Frühjahr einen bereinigten Betriebsgewinn vor Abschreibungen (EBITDA) von 1 bis 1,3 Mrd. Euro (CHF 0,9 bis 1,2 Mrd.) in Aussicht.
Quellen
- RWE-Chef Markus Krebber bestätigt Interesse an Uniper (02.11.2026) – Handelsblatt
- "It sounds right": RWE-Interesse an Uniper konkreter (02.11.2026) – Der Standard
- Insider: Finanzinvestor Apollo greift nach Uniper (07.10.2026) – cash.ch / Reuters
- Apollo Joins $11.5 Billion Race for German Gas Giant Uniper (07.10.2026) – OilPrice.com
- Uniper-Aktie: Acht Bieter kämpfen um Bundesanteil (17.06.2026) – Trading-Treff
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.