Konjunktur

USA schaffen im Oktober 165 000 Stellen: Märkte rechnen stärker mit Zinsschritt der Fed im Dezember

6. November 2026, 15:27 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Der US-Arbeitsmarkt hat die Prognosen weit übertroffen. Im Oktober entstanden 165 000 neue Stellen, die Arbeitslosenquote sank auf 4,1 %. Für die Börsen ist das zwiespältig: Eine Zinserhöhung im Dezember wird wahrscheinlicher.

Die US-Arbeitsmarktstatistik vom 6. November fiel deutlich stärker aus als erwartet. Ausserhalb der Landwirtschaft kamen im Oktober 165 000 Stellen dazu. Ökonomen hatten je nach Umfrage mit 59 000 bis 65 000 gerechnet. In den vergangenen zwölf Monaten lag der Schnitt laut der Statistikbehörde BLS bei nur 48 000 Stellen pro Monat.

Auch die Vormonate sehen nun besser aus. Der August wurde um 53 000 auf 186 000 Stellen angehoben, der September um 31 000 auf 60 000. Zusammen sind das 84 000 Stellen mehr als zuvor gemeldet. Die Arbeitslosenquote sank von 4,2 % auf 4,1 %, die Erwerbsbeteiligung lag bei 61,9 %.

Dienstleister und Gesundheit liefern die Stellen

Den grössten Beitrag leisteten die Unternehmensdienstleister mit 70 000 Stellen. Das Gesundheitswesen schuf 42 000 Stellen, Transport und Lagerhaltung 25 000, die Industrie 19 000. Die übrigen grossen Branchen veränderten sich kaum.

Bei den Löhnen zeigt sich ebenfalls mehr Druck. Die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen um 14 Cent (CHF 0,11) oder 0,4 % auf 38 Dollar (CHF 31). Erwartet waren 0,3 %. Auf Jahressicht beträgt das Plus 3,1 %. Ralf Umlauf von der Helaba sprach gegenüber cash.ch von einer überraschend soliden Entwicklung. Für Alexander Krüger, Chefökonom der Bethmann Hal Bank, dreht der Beschäftigungsmotor wieder auf. Anzeichen einer Überhitzung sieht er aber noch nicht.

Händler setzen auf den 9. Dezember

Für die Märkte zählt vor allem die Fed. Sie hält ihren Leitzins bei 3,75 bis 4 % und tagt das nächste Mal bis zum 9. Dezember. Die vom Terminmarkt abgeleitete Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte stieg nach den Daten auf 77 bis 80 %, je nach Quelle. Am Donnerstag waren es laut dem CME-Instrument FedWatch 67 %. Krüger erwartet den Schritt im Dezember, auch Umlauf sieht in den Zahlen kein Argument dagegen.

Die zehnjährige US-Rendite stieg zeitweise über 4,9 % und lag danach bei rund 4,87 %. Die zweijährige Rendite, die stärker auf die Geldpolitik reagiert, kletterte auf rund 4,53 %. Der Dollar legte breit zu. Zum Franken stieg er von 0,8168 am frühen Morgen auf rund 0,8215. Gold gab auf rund 4045 Dollar (CHF 3320) je Unze nach. Der SMI lag am Nachmittag rund 2,3 % im Minus, die Bewegung stammt aber vor allem vom weltweiten Ausverkauf bei Technologiewerten.

Quellen

  1. Employment Situation Summary – October 2026 (06.11.2026) – U.S. Bureau of Labor Statistics
  2. USA: Beschäftigung steigt deutlich stärker als erwartet (06.11.2026) – cash.ch
  3. Ökonomen zu den unerwartet guten Oktober-Daten am US-Arbeitsmarkt (06.11.2026) – cash.ch
  4. Traders raise bets of Fed rate hike after jobs report (06.11.2026) – Reuters via Investing.com
  5. Job Creation Blew Past Expectations in October. Odds of a Fed Rate Hike Climbed. (06.11.2026) – IBTimes
  6. Strong US Jobs Lift Dollar and Yields, but Tech Rebound Faces the Real Test (06.11.2026) – ActionForex

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.