US-Arbeitsmarkt im Fokus: Ökonomen erwarten um 14.30 Uhr rund 60 000 neue Stellen
Nach dem schwächsten Tag an der Wall Street seit April 2025 folgt heute der nächste Test. Der US-Arbeitsmarktbericht für Oktober entscheidet mit darüber, ob die Fed im Dezember die Zinsen erhöht. Die Prognosen fallen bescheiden aus.
Das US-Arbeitsministerium veröffentlicht den Bericht am 6. November um 14.30 Uhr Schweizer Zeit. Ökonomen rechnen mit einem Zuwachs von 59 000 bis 65 000 Stellen ausserhalb der Landwirtschaft, je nach Umfrage. Laut Kiplinger reichen die Schätzungen von rund 50 000 bei Barclays bis 95 000 beim Beratungsunternehmen RSM. Die Arbeitslosenquote dürfte bei 4,2 % verharren, die Stundenlöhne sollen um 0,3 % zum Vormonat steigen.
Die Latte liegt tief, weil der September enttäuscht hatte. Damals entstanden nur 29 000 Stellen statt der erwarteten 93 000, die Quote stieg von 4,1 % auf 4,2 %, und die Monate Juli und August wurden zusammen um 60 000 Stellen nach unten korrigiert. Die Stundenlöhne legten lediglich um 0,1 % zu.
Die Vorzeichen sind ordentlich
Mehrere Frühindikatoren sprechen für eine Erholung. Der Lohnabrechner ADP meldete für Oktober 86 000 neue Privatstellen, mehr als die erwarteten 75 000. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe bezeichnete Shruti Mishra von der Bank of America gegenüber Yahoo Finance als aussergewöhnlich niedrig im historischen Vergleich. Massenentlassungen blieben begrenzt.
Andrew Husby von BNP Paribas erwartet laut Yahoo Finance, dass die Nachfrage nach KI-Infrastruktur den Stellenabbau anderswo mehr als ausgleicht. Zudem sei das Angebot an Arbeitskräften schwach. Das heisst: Auch wenige neue Stellen können reichen, um die Arbeitslosigkeit stabil zu halten.
Was die Fed daraus machen dürfte
Für die Märkte zählt vor allem die Fed. Sie hat ihren Leitzins im September erstmals seit Juli 2023 erhöht und ihn Ende Oktober bei 3,75 bis 4 % belassen, mit zwei Gegenstimmen für einen weiteren Schritt. Die nächste Sitzung endet am 9. Dezember. Laut dem CME-Instrument FedWatch lag die Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte am Donnerstag bei 67 %. Ende Oktober waren es noch 82,6 %.
Fed-Chef Kevin Warsh hatte die Lage am Arbeitsmarkt zuletzt als recht positiv beschrieben. Barclays hält laut Kiplinger eine Erhöhung im Dezember für möglich, sofern die Daten stark bleiben. Ein starker Bericht wäre für die Börsen damit nicht nur eine gute Nachricht: Er stützt die Konjunktur, macht aber höhere Zinsen wahrscheinlicher. Das trifft gerade die teuren Technologiewerte, die am Donnerstag ohnehin unter Druck standen.
Quellen
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.