USA vor Refunding: Finanzministerium braucht 800 Mrd. Dollar (CHF 653 Mrd.), Anleger warten auf 14.30 Uhr
Am Mittwoch um 14.30 Uhr Schweizer Zeit legt das US-Finanzministerium seinen Emissionsplan vor. Der Finanzbedarf steigt, nun geht es um die Frage, wie lange die Auktionsgrössen noch gleich bleiben. Das zählt auch für Anleger in der Schweiz.
Die vierteljährliche Refinanzierung, im Fachjargon Refunding, gehört zu den wichtigsten Terminen am Anleihenmarkt. Sie legt fest, wie viele Staatsanleihen die USA in den kommenden Monaten verkaufen. Im August bot das Finanzministerium dafür 125 Mrd. Dollar (CHF 102 Mrd.) an, aufgeteilt auf drei Laufzeiten. Laufen die Pläne gleich weiter, wären Zehnjahrespapiere im November mit 42 Mrd. Dollar (CHF 34 Mrd.) dabei und solche mit 30 Jahren mit 25 Mrd. Dollar (CHF 20 Mrd.).
Die Eckdaten sind seit Montag bekannt. Für das Quartal Oktober bis Dezember rechnet das Ministerium mit einer Nettokreditaufnahme von 618 Mrd. Dollar (CHF 504 Mrd.), 10 Mrd. Dollar (CHF 8,2 Mrd.) weniger als im August erwartet. Das liegt laut TheStreet Pro jedoch allein am höheren Kassenbestand von 984 Mrd. Dollar (CHF 803 Mrd.) zu Quartalsbeginn. Ohne diesen Effekt liegt der Bedarf 24 Mrd. Dollar (CHF 20 Mrd.) höher, was auf ein grösseres Defizit hindeutet.
Sprung im ersten Quartal 2027
Für Januar bis März sind 800 Mrd. Dollar (CHF 653 Mrd.) vorgesehen, gut ein Drittel mehr als ein Jahr zuvor. Rund 150 Mrd. Dollar (CHF 122 Mrd.) davon sollen den Kassenbestand bis Ende März auf 1000 Mrd. Dollar (CHF 816 Mrd.) heben. Bleiben die Auktionen langer Laufzeiten gleich, müssten kurzfristige Treasury Bills den Grossteil des Anstiegs tragen. TheStreet Pro schätzt diesen Teil auf rund 480 Mrd. Dollar (CHF 392 Mrd.).
Darauf achtet der Markt
Im Zentrum steht die Formulierung, wonach die Grössen «mindestens für die nächsten Quartale» stabil bleiben. Im Mai erwarteten die Primärhändler, also die grossen Banken am Staatsanleihenmarkt, laut Protokoll höhere Auktionen ab Anfang 2027. Sie rechneten damit, dass das Ministerium seine Wortwahl einige Quartale vorher anpasst. Fällt «mindestens» weg, wäre das ein Signal für mehr langes Angebot.
Dazu kommen die Rückkäufe alter Anleihen. Das Ministerium will sich am Mittwoch dazu äussern, nachdem es die Obergrenze pro Operation in den langen Laufzeiten von 2 Mrd. Dollar (CHF 1,6 Mrd.) auf mindestens 4 Mrd. Dollar (CHF 3,3 Mrd.) verdoppelt hatte.
Die Ausgangslage ist heikel. Die Rendite der zehnjährigen Anleihen lag am Dienstag bei rund 4,95 %, im Oktober fiel sie von 5,24 % auf 4,94 %. Die US-Notenbank liess den Leitzins am 28. Oktober bei 3,75 bis 4 %, zwei Mitglieder wollten erhöhen. Bloomberg meldete in der Nacht steigende Kurse bei US-Staatsanleihen, nachdem erste Wahlresultate die Demokraten begünstigten.
Quellen
- Stock Market Today: November 2, 2026 (02.11.2026) – TheStreet Pro
- Quarterly Refunding Statement (05.08.2026) – US-Finanzministerium
- Bitcoin's Year-End Liquidity Hopes Face $150 Billion Treasury Cash Rebuild (03.11.2026) – KuCoin News
- Treasury Polled Its Dealers on Auction Sizes and Bigger Long-End Buybacks Ahead of Wednesday's Refunding (02.11.2026) – Stock Preachers via PR Newswire
- US Treasury keeps auction sizes steady; dealers expect change in early 2027 (06.05.2026) – Reuters via Yahoo Finance
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.