Konjunktur

USA: Handelsdefizit sinkt auf 105 Mrd. Dollar (CHF 86 Mrd.), Dienstleister verlieren Tempo

4. November 2026, 16:26 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Die US-Exporte wuchsen im September stärker als die Importe, die dennoch einen Rekordwert erreichten. Gleichzeitig kühlt sich der Dienstleistungssektor im Oktober leicht ab. Die Einkaufspreise bleiben aber hoch, was die Teuerungssorgen stützt.

Das US-Handelsdefizit ist im September um 0,7 % auf 105,0 Mrd. Dollar (CHF 86 Mrd.) gesunken. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit 108,0 Mrd. Dollar (CHF 88 Mrd.) gerechnet. Die Exporte stiegen um 1,9 % auf 321,5 Mrd. Dollar (CHF 263 Mrd.), vor allem dank Computerausrüstung, Sojabohnen und Pharmaprodukten. Die Importe legten um 1,2 % auf den Rekord von 426,6 Mrd. Dollar (CHF 349 Mrd.) zu. Auch hier spielten Computer eine wichtige Rolle.

Das Defizit mit China betrug laut AFP 17,9 Mrd. Dollar (CHF 14,6 Mrd.), jenes mit der EU 14,2 Mrd. Dollar (CHF 11,6 Mrd.). Seit Januar liegt der Fehlbetrag 12,2 % unter dem Vorjahr, Ende Juli betrug der Rückgang noch fast 30 %. Der Vorsprung schmilzt also. Der Aussenhandel hat vier Quartale in Folge nicht zum Wachstum beigetragen, obwohl die US-Wirtschaft im dritten Quartal hochgerechnet auf das Jahr um 3,4 % zulegte.

Helena Melnikov, Hauptgeschäftsführerin der Deutschen Industrie- und Handelskammer, sieht nach den Zwischenwahlen wenig Entspannung. Der Kongress wechsle die Farbe, die Handelspolitik bleibe aber beim Weissen Haus, sagte sie gemäss Reuters.

Dienstleister: Weniger Tempo, hohe Preise

Der Einkaufsmanagerindex des Institute for Supply Management (ISM) für Dienstleister fiel im Oktober von 54,9 auf 54,5 Punkte. Erwartet waren 54,8 Punkte. Werte über 50 zeigen Wachstum an, das nun den 28. Monat in Folge anhält. Die Teilindizes für Geschäftsaktivität (53,8 nach 56,5) und Neuaufträge (55,9 nach 59,8) gaben deutlich nach. Die Exportaufträge sprangen dagegen auf 55,2 Punkte, die Beschäftigung stieg auf 51,4 Punkte.

Der Preisindex sank nur leicht auf 73,0 Punkte. Steve Miller, Vorsitzender des ISM-Umfrageausschusses, warnt: Zölle und Treibstoffkosten seien die meistgenannten Probleme. Viele Firmen hätten die Kosten noch nicht weitergegeben, weshalb weiterer Preisdruck folgen könnte. Ein Grosshändler nannte die Zollpolitik den wichtigsten Treiber seiner Einstandskosten.

Stabiler Arbeitsmarkt

Der Stellenbericht des Dienstleisters ADP zeigte für Oktober 86 000 neue Jobs in der Privatwirtschaft, erwartet waren 75 000. Der offizielle Arbeitsmarktbericht folgt am Freitag.

Quellen

  1. US-Handelsdefizit bleibt trotz Trumps Zollpolitik hoch (04.11.2026) – onvista / Reuters
  2. Le déficit commercial américain atteint 105 milliards en septembre (04.11.2026) – Quartz / AFP
  3. Services PMI at 54.5%; October 2026 ISM Services PMI Report (04.11.2026) – Institute for Supply Management
  4. US ISM Services Slips to 54.5 as Orders Slow Sharply, but Employment Improves (04.11.2026) – ActionForex
  5. MÄRKTE USA/Wahlsieg der Demokraten beflügelt Wall Street (04.11.2026) – finanzen.net / Dow Jones

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.