Konjunktur

USA: Produktivität wächst um 3,6 %, Lohnstückkosten sinken, Erstanträge fallen auf 189 000

5. November 2026, 15:26 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Die US-Wirtschaft liefert einen Tag vor dem Arbeitsmarktbericht gute Signale. Die Arbeitsproduktivität legte im dritten Quartal klar stärker zu als erwartet, die Lohnstückkosten gingen zurück. Zugleich bleibt die Zahl der Entlassungen sehr tief.

Das US-Arbeitsministerium meldete am 5. November, dass die Produktivität ausserhalb der Landwirtschaft im dritten Quartal aufs Jahr hochgerechnet um 3,6 % gestiegen ist. Das ist laut Bloomberg das schnellste Tempo seit einem Jahr. Die Schätzungen lagen je nach Umfrage bei 2,8 bis 3,0 %. Der Wert für das zweite Quartal wurde von 1,4 % auf 2,1 % angehoben.

Die Lohnstückkosten, also die Arbeitskosten je produzierter Einheit, fielen um 0,7 %. Erwartet worden war laut RTTNews ein Anstieg um 0,6 %. Für das zweite Quartal steht nun ein Plus von 1,9 %. Bloomberg sieht in den Daten einen Hinweis darauf, dass der Investitionsboom der Firmen zu mehr Effizienz führt, und zwar in einer Zeit stark gestiegener Vorleistungskosten.

So wenig Erstanträge wie zuletzt im Juli

Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sanken in der Woche bis zum 31. Oktober um 6000 auf 189 000. Ökonomen hatten 196 000 erwartet. Der Wert entspricht laut Reuters dem Stand von Mitte Juli, dem tiefsten seit 1969. Die Zahl der fortlaufenden Bezüger stieg allerdings um 23 000 auf 1,718 Millionen.

Das Bild ist also nicht eindeutig. Andy Challenger vom Personalberater Challenger, Gray & Christmas sagte gegenüber Reuters sinngemäss, die Arbeitgeber hielten vor den Feiertagen an ihren Leuten fest. Einige Ökonomen sehen laut Reuters einen sich wieder anspannenden Arbeitsmarkt. Andere führen die tiefen Zahlen eher auf ein kleineres Arbeitskräfteangebot wegen der härteren Einwanderungspolitik zurück. Der private Dienstleister ADP meldete für Oktober 86 000 neue Stellen in der Privatwirtschaft, erwartet waren 70 000.

Fed und Arbeitsmarktbericht im Blick

Für die US-Notenbank sind die Daten zweischneidig. Sinkende Lohnstückkosten nehmen etwas Druck von den Preisen, ein robuster Arbeitsmarkt spricht dagegen nicht für eine lockerere Geldpolitik. Der Leitzins liegt bei 3,75 bis 4,00 %, wegen der erhöhten Inflation rechnen die Märkte laut AWP im Dezember mit einer Zinserhöhung. Die Präsidentin der Fed von Cleveland, Beth Hammack, sagte laut Bloomberg, die Zinsen müssten restriktiv sein, um die Teuerung zum Ziel zu bringen. Häufigere Schritte verringerten das Risiko, dass die Geldpolitik in Rückstand gerate.

Am Freitag folgt der Arbeitsmarktbericht für Oktober. Ökonomen erwarten rund 62 000 bis 65 000 neue Stellen nach 29 000 im September und eine unveränderte Arbeitslosenquote von 4,2 %.

Quellen

  1. US weekly jobless claims at 57-year lows amid low layoffs (05.11.2026) – Reuters / Investing.com
  2. U.S. Stocks May Move In Opposite Directions In Early Trading (05.11.2026) – RTTNews
  3. Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe sinken überraschend weiter (05.11.2026) – cash.ch / AWP
  4. US Labor Productivity Increases at Fastest Pace in a Year (05.11.2026, Kurzfassung) – Bloomberg
  5. Fed's Hammack Says Restrictive Rates Needed to Cool Inflation (05.11.2026, Kurzfassung) – Bloomberg

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.