Verbund: Rekorddürre drückt den Gewinn um 43,5 % auf 685 Mio. Euro (CHF 629 Mio.), Ziel am unteren Rand
Österreichs grösster Stromkonzern leidet unter der trockensten Periode seit Messbeginn. Verbund verdient in neun Monaten 43,5 % weniger, weil die Wasserkraft einbricht und die erzielten Preise sinken. Die Jahresprognose liegt nun am unteren Ende der bisherigen Spanne.
Verbund meldete am 5. November für die ersten neun Monate ein Konzernergebnis von 684,8 Mio. Euro (CHF 629 Mio.). Bereinigt um Sondereffekte waren es 725 Mio. Euro (CHF 666 Mio.), ein Minus von 37,3 %. Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) sank um 29 % auf 1,5 Mrd. Euro (CHF 1,38 Mrd.). Der Umsatz ging laut Der Standard um 5,4 % auf 5,56 Mrd. Euro (CHF 5,11 Mrd.) zurück.
Der Konzern erzeugt rund 86 % seines Stroms aus Wasserkraft und ist darum stark vom Wetter abhängig. Der österreichische Wetterdienst Geosphere Austria spricht laut Der Standard von der trockensten Periode in 176 Jahren Messgeschichte. Die Erzeugung aus Wasserkraft fiel um 20,2 % auf 15 984 Gigawattstunden. Der Erzeugungskoeffizient der Laufkraftwerke, der das Wasserdargebot mit dem langjährigen Durchschnitt von 1 vergleicht, lag bei 0,61 nach 0,79 im Vorjahr.
Doppelter Schlag beim Preis
Neben der Menge schmerzt auch der Preis. Der erzielte Absatzpreis für Wasserkraft fiel um 33,8 Euro (CHF 31) auf 79,7 Euro (CHF 73) je Megawattstunde. Im Vorjahr hatten noch teuer abgeschlossene Verkäufe aus dem Jahr 2023 geholfen. Dieses Jahr musste Verbund Strom, den er im Voraus verkauft hatte, aber wegen des Niedrigwassers nicht erzeugen konnte, zu hohen Spotpreisen zurückkaufen.
Stützen kamen aus anderen Bereichen. Das Vertriebsgeschäft und das thermische Geschäft legten zu, die Flexibilitätsprodukte brachten mit 241 Mio. Euro (CHF 221 Mio.) 3,1 % mehr. Wind und Sonne erzeugten dank neuer Anlagen 70 Gigawattstunden mehr, insgesamt 1622 Gigawattstunden.
Kaum noch freier Cashflow
Empfindlich fällt der Rückgang bei den Geldflüssen aus. Der operative Cashflow sank um 26,5 % auf 1,22 Mrd. Euro (CHF 1,12 Mrd.), der freie Cashflow vor Dividenden brach um 89,7 % auf 78 Mio. Euro (CHF 72 Mio.) ein.
Für 2026 erwartet Verbund nun ein EBITDA von rund 2,12 Mrd. Euro (CHF 1,95 Mrd.) und ein Konzernergebnis von rund 1,01 Mrd. Euro (CHF 928 Mio.), bereinigt rund 1,05 Mrd. Euro (CHF 965 Mio.). Ende Juli lauteten die Spannen noch 2,1 bis 2,4 Mrd. Euro (CHF 1,93 bis 2,2 Mrd.) beim EBITDA und 1 bis 1,15 Mrd. Euro (CHF 919 Mio. bis 1,06 Mrd.) beim Konzernergebnis. Die Prognose unterstellt ein unterdurchschnittliches Wasserdargebot im Oktober und durchschnittliche Erzeugung im November und Dezember. Die Ausschüttungsquote soll weiterhin 45 bis 55 % des bereinigten Ergebnisses betragen.
An der Börse in Wien lag die Aktie am späten Vormittag rund 1,5 % im Plus bei 70,45 Euro (CHF 64,70).
Quellen
- VERBUND AG: Ergebnis der Quartale 1–3/2026 durch historisch niedrige Wasserführung und gesunkene Absatzpreise belastet (05.11.2026) – EQS-News via boerse.de
- Historische Trockenheit lässt Verbund-Gewinn einbrechen (05.11.2026) – Der Standard
- Corporate news: VERBUND results for quarters 1–2/2026 (30.07.2026) – Verbund
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.