Weltbank: Auslandsschulden ärmerer Länder auf Rekord von 9400 Mrd. Dollar (CHF 7660 Mrd.)
Länder mit tiefem und mittlerem Einkommen stehen so hoch im Ausland in der Kreide wie nie. Der neue Schuldenbericht der Weltbank zeigt zudem: Das Geld ist wieder leichter erhältlich, aber viel teurer. Die ärmsten Staaten zahlen im Schnitt 8,2 % auf neue private Kredite.
Die Weltbank hat am 5. November ihren jährlichen internationalen Schuldenbericht veröffentlicht. Demnach stiegen die Auslandsschulden der Länder mit tiefem und mittlerem Einkommen 2025 um 5,5 % auf den Rekordwert von 9400 Mrd. Dollar (CHF 7660 Mrd.). Das ist laut Weltbank der stärkste Anstieg seit 2021. Mehr als 28 % der Zunahme gehen allerdings auf den schwächeren Dollar zurück, der Schulden in anderen Währungen in Dollar gerechnet aufbläht.
Am schnellsten wuchs die Last bei den ärmsten Staaten, die Anspruch auf vergünstigte Kredite der Weltbank-Tochter IDA haben. Ihre Auslandsschulden stiegen um 8,1 % auf 1300 Mrd. Dollar (CHF 1060 Mrd.). Auf neue Kredite privater Geldgeber zahlten sie im Schnitt 8,2 %, den höchsten Wert seit 1989, auf neue Anleihen sogar 9,4 %. Laos musste zuletzt 11,5 % bieten, die Republik Kongo 13,88 % und Kenia 9,2 %. Länder ohne IDA-Zugang zahlten auf neuen Anleihen im Schnitt 5,5 %, nach 5,8 % im Vorjahr.
Zugang zum Markt ist zurück, zu hohem Preis
Die privaten Geldgeber sind zurück. Kredite und Anleiheemissionen öffentlicher Schuldner stiegen um fast 35 % auf 251 Mrd. Dollar (CHF 205 Mrd.), den höchsten Wert seit fünf Jahren. Bis Mitte August hatten über zehn Länder bereits mehr Anleihen begeben als im ganzen Jahr 2025. Zugang zu internationalen Finanzmitteln habe sich verbessert, der Preis dafür aber nicht, sagte Weltbank-Chefstatistikerin Haishan Fu.
Insgesamt zahlten die betroffenen Länder 2025 Zins und Tilgung von 1400 Mrd. Dollar (CHF 1140 Mrd.), der fünfte Anstieg in Folge. An private Gläubiger flossen dabei 363 Mrd. Dollar (CHF 296 Mrd.), 13,7 % mehr als im Vorjahr. Von 2022 bis 2025 flossen netto 436 Mrd. Dollar (CHF 355 Mrd.) mehr ab als zu. Im Jahr 2025 allein gab es jedoch wieder einen Nettozufluss von 45 Mrd. Dollar (CHF 37 Mrd.).
Schuldendienst verdrängt Investitionen
Die Weltbank warnt, dass die Kosten Mittel für Bildung, Infrastruktur, Gesundheit und Arbeitsplätze verdrängen könnten. Stark verschuldete Länder seien auch anfälliger für Schocks bei der Nahrungsversorgung. Der Bericht fällt in eine Zeit steigender Zinsen: Mehrere Notenbanken haben wegen des Energieschubs zuletzt erhöht. Das erschwert Umschuldungen zusätzlich.
Politisch kommt Bewegung in das Thema. Grossbritannien will laut dem Guardian seine G20-Präsidentschaft im nächsten Jahr für einen neuen Anlauf nutzen. Schwieriger als bei den Schuldenerlassen von 2005 ist, dass heute vor allem private Anleihegläubiger statt Staaten die Forderungen halten.
Quellen
- Developing countries' external debt hit record $9.4 trillion in 2025, World Bank says (05.11.2026) – Reuters via Club of Mozambique
- Debt of poorest countries at record $9.4tn high, World Bank data shows (05.11.2026) – The Guardian via Finwire
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.