Rohstoffe

Weltbank hebt Rohstoffprognose an: Preise steigen 2026 um 23 %, Lebensmittel verteuern sich bis 2027 weiter

28. Oktober 2026, 15:31 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Die Weltbank rechnet für 2026 mit einem Anstieg der Rohstoffpreise um 23 %, deutlich mehr als noch im April. Treiber sind der Krieg im Nahen Osten, gestörte Getreidelieferungen und ein starkes El Niño. Für Lebensmittel erwartet sie auch 2027 höhere Preise.

Die Weltbank hat am 28. Oktober ihren halbjährlichen Rohstoffbericht, den «Commodity Markets Outlook», veröffentlicht und ihre Prognosen deutlich nach oben korrigiert. Der breite Rohstoffindex soll 2026 um 23 % steigen. Im April hatte sie noch ein Plus von 16 % erwartet. Für 2027 sagt die Weltbank wieder einen Rückgang um rund 7 % voraus.

Energie: grösster Preissprung seit 2022

Am stärksten legen die Energiepreise zu. Sie sollen 2026 um 32 % steigen, so stark wie seit 2022 nicht mehr. Im April lag die Prognose noch bei 24 %. Für die Nordseesorte Brent rechnet die Weltbank nun mit einem Jahresdurchschnitt von 92 Dollar je Fass, nach 86 Dollar in der Frühjahrsprognose und 69 Dollar im Jahr 2025. Am Mittwochnachmittag kostete Brent rund 112 Dollar.

Hauptgrund ist der Krieg der USA gegen Iran. Der Warenverkehr durch die Strasse von Hormus kam laut Weltbank fast zum Stillstand und liegt Monate später noch weit unter dem Vorkriegsniveau. Das weltweite Ölangebot dürfte 2026 um 5,2 % schrumpfen, ausserhalb des Rezessionsjahrs 2020 der stärkste Rückgang seit vier Jahrzehnten. Auch die Nachfrage sinkt, und zwar um 2,5 %.

Lebensmittel, Metalle und Gold

Lebensmittel sollen sich 2026 um gut 10 % und 2027 um weitere über 7 % verteuern, zusammen also um fast 18 %. Gründe sind unterbrochene Getreidelieferungen aus der Schwarzmeerregion, wetterbedingt gefährdete Ernten sowie teurer Treibstoff und Dünger. Düngerpreise sollen 2026 um 14 % steigen, vor allem wegen Harnstoff. Die Weltbank warnt vor dem stärksten El-Niño-Effekt seit 1950. Im ungünstigen Fall könnten Lebensmittel 12 % teurer werden als erwartet.

Industriemetalle sollen 2026 um 25 % zulegen und einen neuen Höchststand erreichen. Aluminium, Kupfer und Zinn markieren Rekorde. Edelmetalle wie Gold dürften sich um rund 40 % verteuern, getrieben von der Nachfrage nach sicheren Häfen. Für 2027 erwartet die Weltbank hier eine gewisse Beruhigung.

Risiken für Teuerung und Wachstum

Die Prognosen setzen laut Weltbank voraus, dass sich die Konflikte nicht wesentlich verschärfen. Eskaliert der Krieg im Nahen Osten oder bleiben die Schäden an der russischen Ölinfrastruktur bestehen, könnten die Energiepreise noch stärker steigen. Die Rohstoffmärkte würden von mehreren grossen Schocks gleichzeitig getroffen, sagte der stellvertretende Chefökonom Ayhan Kose sinngemäss. Das gefährde die Inflation, die Ernährungssicherheit und das Wachstum. Rund 811 Millionen Menschen leben laut Weltbank derzeit von weniger als 3 Dollar pro Tag.

Quellen

  1. World Bank sees commodity prices up 23% in 2026 due to Middle East war (28.10.2026) – Global Banking & Finance Review
  2. Weltbank rechnet mit weiter steigenden Lebensmittelpreisen (28.10.2026) – cash.ch (AWP)
  3. Rohstoffe: Weltbank rechnet mit weiter steigenden Lebensmittelpreisen (28.10.2026) – Handelsblatt (dpa)
  4. Middle East War to Spark Biggest Energy Price Surge in Four Years (28.04.2026) – Weltbank

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.