Rohstoffe

Notenbanken kaufen 321 Tonnen Gold, so viel wie seit Ende 2024 nicht mehr: Schmuck fällt auf Tiefstand

3. November 2026, 08:25 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Die Zentralbanken haben den Rückschlag beim Goldpreis zum Zukauf genutzt, wie der World Gold Council meldet. Privatanleger und Schmuckkäufer hielten sich dagegen zurück. Der Goldpreis liegt rund 30 % unter dem Rekord vom Jahresbeginn.

Die Notenbanken haben im dritten Quartal laut dem am 3. November veröffentlichten Bericht des World Gold Council (WGC) netto 321 Tonnen Gold gekauft. Das ist das höchste Quartalstempo seit Ende 2024, deutlich über dem Fünfjahresdurchschnitt und gemäss AWP 42 % mehr als ein Jahr zuvor. Seit Jahresbeginn summieren sich die Käufe auf 675 Tonnen, leicht mehr als im Vorjahreszeitraum.

Zwei Drittel der Käufe bleiben im Dunkeln

Offen ausgewiesen haben ihre Käufe unter anderem China mit 63 und Polen mit 41 Tonnen. Russland verkaufte als einziger grosser Akteur 19 Tonnen. Rund zwei Drittel der geschätzten Käufe wurden von den Währungsbehörden nicht gemeldet, die Zahl beruht auf Berechnungen des Beratungshauses Metals Focus. Die Angabe ist deshalb mit Vorsicht zu lesen.

WGC-Marktstratege John Reade sagte laut Bloomberg sinngemäss, die schwächeren Preise im Quartal dürften manche Notenbank zu höheren Käufen ermuntert haben. Tatsächlich hat Gold seit dem Beginn des Irankriegs Ende Februar rund ein Viertel an Wert verloren. Nach dem Rekord von knapp 5600 Dollar (CHF 4580) je Feinunze notierte das Metall am Dienstagmorgen bei rund 3910 Dollar (CHF 3200), etwa 30 % darunter.

Schmuck auf Tiefstand, Anleger gespalten

Bei den übrigen Käufern zeigt sich ein anderes Bild. Die Nachfrage nach Schmuck sank um 17 % auf 313 Tonnen, den tiefsten Wert für ein drittes Quartal seit Beginn der WGC-Daten im Jahr 2000. Barren und Münzen kamen auf 267,8 Tonnen, 19 % weniger als vor einem Jahr. Während China mehr kaufte, ging die Nachfrage in Indien deutlich zurück.

Börsengehandelte Goldfonds (ETF) zogen dagegen wieder Geld an. Ihre Bestände wuchsen um 211 Tonnen und erreichten einen Höchststand, wobei die Zuflüsse laut AWP rund 6 % unter dem Vorjahreswert lagen.

Belastet wurde das Metall zuletzt von höheren Ölpreisen und Zinsen. Beides verteuert das Halten von Gold, das selbst keine Zinsen abwirft. Der Rückgang des Ölpreises zu Wochenbeginn hat diesen Druck bisher nur teilweise gelindert.

Quellen

  1. Notenbanken erhöhen Goldkäufe - Anleger kaufen weniger Barren und Münzen (03.11.2026) – cash.ch / AWP
  2. Central banks worldwide buy gold at fastest pace since 2024, says WGC (03.11.2026) – Business Standard / Bloomberg

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.