Rohstoffe

Bericht: USA werben für russisches Gas über die Ukraine nach Europa, verkauft durch einen US-Vermittler

2. November 2026, 07:27 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Washington drängt laut Wall Street Journal darauf, dass russisches Pipelinegas wieder durch die Ukraine nach Europa fliesst. Das fällt in eine Phase hoher Gaspreise und tiefer Speicher, doch die EU hat den Ausstieg bereits gesetzlich beschlossen.

US-Vertreter werben dafür, dass Russland wieder Erdgas über Pipelines durch die Ukraine nach Europa verkauft. Das berichtete das Wall Street Journal am 2. November unter Berufung auf ungenannte amerikanische, europäische und ukrainische Vertreter. Die Gesandten Jared Kushner und Steve Witkoff hätten die Idee im September in Moskau und Kiew vorgebracht. Offiziell bestätigt ist der Plan nicht, und Reuters konnte ihn laut Kurdistan24 nicht unabhängig prüfen.

So soll das Modell funktionieren

Das Gas würde laut dem Bericht über einen US-Vermittler verkauft, um europäische Beschränkungen zu umgehen. Die Erlöse sollen auf ein Sonderkonto in einem Drittstaat fliessen, damit Moskau damit nicht den Krieg finanziert. Genutzt würde das bestehende Leitungsnetz aus den sibirischen Urengoi-Feldern, das fast sofort wieder laufen könnte. Die Ukraine erhielte Transitgebühren. Sie hatte den Transit Anfang Januar 2025 beendet, als der Vertrag auslief, und verliert laut New York Times dadurch jährlich rund 1 Mrd. Dollar (CHF 824 Mio.).

Der Plan wurde laut Handelsblatt im Oktober zurückgestellt, nachdem die Ukraine unter dem Druck von Präsident Trump ihre Angriffe auf russische Raffinerien vorübergehend eingestellt hatte. Kiew hat diese Angriffe inzwischen wieder aufgenommen. Für Mitte November sind laut Kurdistan24 Gespräche zwischen den USA, Russland und der Ukraine in Abu Dhabi vorgesehen.

Hohe Preise, aber ein EU-Verbot steht

Der Hintergrund ist ein angespannter Gasmarkt. Wegen des Iran-Kriegs fehlen Lieferungen von Flüssigerdgas aus Katar. Die EU-Speicher waren am 25. Oktober erst zu 74,6 % gefüllt, gegenüber rund 86 % im Fünfjahresschnitt. Der europäische Referenzpreis TTF stieg laut Oilprice.com auf bis zu 95,73 Euro (CHF 88) je Megawattstunde, den höchsten Stand seit 2022.

Politisch steht der Vorschlag quer zum EU-Recht. Russisches Flüssigerdgas ist ab Anfang 2027 verboten, Pipelinegas ab Herbst 2027. Energiekommissar Dan Jørgensen nannte eine Rückkehr zu russischem Gas laut Bericht einen Fehler und sagte, er würde Russland nicht vertrauen. Der Anteil Russlands an den europäischen Gaseinfuhren ist von rund 45 % vor dem Krieg auf je nach Berechnung 11 bis 13 % gefallen. Mengen für das neue Modell nennen die Berichte nicht.

Quellen

  1. USA drängen auf russische Gaslieferungen durch die Ukraine nach Europa (02.11.2026) – Handelsblatt
  2. WSJ: US Pushes Russian Gas Return To Europe (02.11.2026) – Kurdistan24
  3. The US proposes that Europe resume purchases of Russian gas through an American company (02.11.2026) – UNN
  4. NYT: Witkoff and Kushner proposed that Zelenskyy resume Russian gas transit to Europe (18.10.2026) – LIGA.net
  5. Russian gas imports: Council gives final green light to a stepwise ban (26.01.2026) – Rat der EU
  6. Europe's Natural Gas Prices Soar to Four-Year High as Winter Looms (01.11.2026) – Oilprice.com via HotAir

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.