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Primärüberschuss

Auch gesucht als: Primärsaldo, Primärdefizit, Primary Surplus, Primary Balance, Haushaltssaldo ohne Zinsen

🇬🇧 Englisch
primary surplus
🇫🇷 Französisch
excédent primaire
🇮🇹 Italienisch
avanzo primario
Kurz erklärt

Ein Primärüberschuss liegt vor, wenn die Einnahmen eines Staates höher sind als seine Ausgaben – ohne Berücksichtigung der Zinszahlungen auf die bestehenden Schulden. Im umgekehrten Fall spricht man vom Primärdefizit.

Der Primärsaldo zeigt, ob ein Staat mit seinen laufenden Einnahmen die aktuellen Leistungen finanzieren kann. Er trennt die Haushaltspolitik der Gegenwart von den Lasten früherer Schulden. Ein Land kann insgesamt ein Defizit ausweisen und trotzdem einen Primärüberschuss erzielen, wenn hohe Zinsen auf alte Schulden den Haushalt ins Minus drücken. Italien ist ein bekanntes Beispiel für diese Konstellation, die über viele Jahre bestand.

Für die Schuldentragfähigkeit ist das Zusammenspiel von Zins und Wachstum entscheidend: Liegt der durchschnittliche Zins auf den Staatsschulden über dem nominalen Wirtschaftswachstum, braucht ein Land einen Primärüberschuss, damit die Schuldenquote nicht steigt. Der IWF und die EU legen solche Ziele daher oft in Hilfsprogrammen fest. Anleger beobachten den Primärsaldo, um zu beurteilen, ob Renditeaufschläge auf Staatsanleihen gerechtfertigt sind.

Allgemeine Erklärung, keine Anlageberatung.