🌍 Wirtschaft & Notenbanken

Sichtguthaben (SNB)

Auch gesucht als: Giroguthaben, Sichtguthaben der Banken, Girokonto SNB, Sight Deposits, Notenbankgeld

🇬🇧 Englisch
sight deposits (SNB)
🇫🇷 Französisch
avoirs à vue (BNS)
🇮🇹 Italienisch
averi a vista (BNS)
Kurz erklärt

Sichtguthaben sind die Guthaben, die Banken und andere Finanzmarktteilnehmer auf ihren Girokonten bei der Schweizerischen Nationalbank halten. Sie bilden zusammen mit dem Notenumlauf das Notenbankgeld.

Banken benötigen Sichtguthaben, um Zahlungen untereinander über das Zahlungssystem SIC abzuwickeln und die gesetzliche Mindestreserve zu erfüllen. Kauft die SNB Devisen oder Wertpapiere, schreibt sie den Verkäufern Franken auf deren Girokonten gut, und die Sichtguthaben steigen. Die SNB veröffentlicht die Sichtguthaben wöchentlich. Weil sich darin Devisenkäufe und -verkäufe niederschlagen, wurden die Zahlen lange als Hinweis auf Interventionen am Devisenmarkt beachtet.

Über die Verzinsung der Sichtguthaben setzt die SNB ihren Leitzins durch. In der Negativzinsphase von 2014 bis 2022 belastete sie auf Guthaben über einem Freibetrag einen Negativzins. Seit der Rückkehr zu positiven Zinsen verzinst sie Sichtguthaben bis zu einer Limite zum Leitzins und darüber zu einem tieferen Satz. Dieses Verfahren sorgt dafür, dass der SARON nahe beim Leitzins bleibt, ohne dass die Nationalbank allen Banken auf den gesamten Beständen Zinsen bezahlen muss.

Allgemeine Erklärung, keine Anlageberatung.