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Sitzgesellschaft

Auch gesucht als: Domizilgesellschaft, Briefkastenfirma, Briefkastengesellschaft, Shell Company, Domiciliary Company

🇬🇧 Englisch
domiciliary company
🇫🇷 Französisch
société de domicile
🇮🇹 Italienisch
società di sede
Kurz erklärt

Eine Sitzgesellschaft ist eine Gesellschaft, Stiftung oder ähnliche Struktur, die an ihrem Sitz keine eigentliche Geschäftstätigkeit ausübt – sie hat oft weder eigene Büros noch Personal und dient vor allem dem Halten oder Verwalten von Vermögen.

Umgangssprachlich spricht man von Briefkastenfirmen, weil am Sitz häufig nur eine Adresse bei einem Treuhänder oder Anwalt besteht. Solche Gesellschaften haben legitime Zwecke: Sie halten Beteiligungen, Immobilien oder Familienvermögen, vereinfachen Erbschaften oder bündeln Investitionen. Im Unterschied zu einer operativ tätigen Firma wie einer Fabrik oder einem Handelsbetrieb erzielen sie ihre Erträge aber nicht aus einem eigenen Geschäft, sondern aus dem verwalteten Vermögen.

Weil Sitzgesellschaften den wahren Eigentümer verdecken können, behandeln Schweizer Banken sie mit besonderer Sorgfalt. Der Vertragspartner muss mit dem Formular A schriftlich erklären, wer am Vermögen wirtschaftlich berechtigt ist, und die Bank muss den Zweck der Struktur nachvollziehen können. Verschachtelte Konstruktionen über mehrere Länder gelten als Risikoindiz. Enthüllungen wie die «Panama Papers» 2016 haben gezeigt, wie solche Gesellschaften zur Verschleierung missbraucht werden können.

Allgemeine Erklärung, keine Anlageberatung.