Alstom warnt erneut: Marge fällt auf 1 %, Coradia-Max-Züge für Deutschland kommen erst 2028
Der französische Zugbauer Alstom senkt seine Jahresziele drastisch. Statt 6,5 % erwartet er nur noch rund 1 % Marge und verbrennt 1,5 Mrd. Euro (CHF 1,4 Mrd.). Grund sind Probleme mit Regionalzügen für Deutschland. Vorbörslich zeichnete sich ein Minus von rund 11 % ab.
Alstom hat am 2. November zum zweiten Mal in diesem Jahr eine Gewinnwarnung veröffentlicht. Für das Geschäftsjahr 2026/27, das im März 2027 endet, rechnet der Konzern noch mit einer bereinigten operativen Marge von rund 1 %. Bisher waren rund 6,5 % vorgesehen. Beim freien Cashflow, also dem Geld, das nach Investitionen übrig bleibt, erwartet Alstom nun rund minus 1,5 Mrd. Euro (CHF 1,4 Mrd.) statt eines positiven Werts. Das organische Umsatzwachstum soll 2 bis 4 % erreichen, zuvor waren es 5 %.
Im ersten Halbjahr bis Ende September lag die Marge vorläufig bei rund minus 4 %, nach 6,4 % ein Jahr zuvor. Der Umsatz stieg zwar um 3 % auf 9,3 Mrd. Euro (CHF 8,6 Mrd.), und die Aufträge erreichten 11 Mrd. Euro (CHF 10,1 Mrd.). Doch der freie Cashflow fiel auf minus 1,25 Mrd. Euro (CHF 1,15 Mrd.), die Nettoschulden stiegen innert sechs Monaten von 0,4 auf 1,1 Mrd. Euro (CHF 1 Mrd.). Gebaut wurden 1860 Wagen, 8 % weniger als im Vorjahr. Im Gesamtjahr sollen es rund 4000 statt 4400 bis 4500 werden.
Sechs deutsche Verträge im Zentrum
Auslöser sind technische Schwierigkeiten bei der Regionalzug-Plattform Coradia Max, verbunden mit neuen Testanforderungen. Laut Économie Matin geht es um sechs Verträge im Umfang von rund 5 Mrd. Euro (CHF 4,6 Mrd.). Die Produktion wurde im Juli unterbrochen, die erste Auslieferung verschiebt sich auf 2028. Allein Niedersachsen, Bremen und Schleswig-Holstein warten auf 76 Züge, Baden-Württemberg auf 156. Dessen Verkehrsministerium sagte sinngemäss, das Vertrauen in Alstom sei erheblich beschädigt. Zwei deutsche Verträge sehen Verspätungsstrafen vor, deren Höhe nicht bekannt ist.
Schuldenabbau und Verkäufe
Konzernchef Martin Sion, seit April 2026 im Amt, lässt alle kritischen Projekte überprüfen. Bis September 2027 sollen die Schulden um rund 2 Mrd. Euro (CHF 1,8 Mrd.) sinken, unter anderem durch den Verkauf nicht zentraler Unternehmensteile. Konkrete Erlöse gibt es noch nicht. Für das zweite Halbjahr stellt Alstom wieder eine Marge von rund 6,5 % in Aussicht, ab 2027/28 soll sich das Geschäft normalisieren. Mittelfristig gilt ein Margenziel von 8 bis 10 %. Einzelheiten folgen an einem Kapitalmarkttag im zweiten Quartal 2027. Ein Plan für den Konzernumbau, der laut Économie Matin auch Werkschliessungen umfassen kann, soll im ersten Halbjahr 2027 vorliegen. Die vollständigen Halbjahreszahlen erscheinen am 17. November.
Laut Börse Express lag die Aktie vorbörslich rund 11 % im Minus. Sie war bereits bei der ersten Warnung am 17. April um gut 27 % eingebrochen. Am Freitag schloss sie bei 15.81 Euro (CHF 14.60), nahe dem 52-Wochen-Tief von 14.56 Euro (CHF 13.40).
Quellen
- Lourd avertissement sur résultats pour Alstom (02.11.2026) – Boursorama
- Alstom a drastiquement abaissé ses objectifs annuels en raison de difficultés de production (02.11.2026) – Boursorama
- Alstom Aktie: Deutsche Zugprojekte drücken die Prognose (02.11.2026) – Börse Express
- Alstom prépare un désendettement massif après l'alerte sur ses résultats (02.11.2026) – Économie Matin
- Alstom voit les coûts de certains programme déraper et lance un avertissement sur résultats (02.11.2026) – ABC Bourse
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.