Argentiniens goldener Pass: Staatsbürgerschaft ab 350 000 Dollar (CHF 289 000) soll Devisen bringen
Argentinien will wohlhabenden Ausländern gegen eine Zahlung an den Staat die Staatsbürgerschaft verkaufen. Die Gesuche sollen noch vor Jahresende möglich sein. Die Regierung Milei sucht damit frische Dollar vor einem schwierigen Schuldenjahr 2027.
Wirtschaftsminister Luis Caputo und Kabinettschef Diego Santilli haben das Programm «Ciudadanía por Inversión» am 2. Oktober an der «Argentina Week» in Paris vorgestellt. In Fachkreisen spricht man von einem «goldenen Pass»: Wer genug Geld einbringt, erhält die Staatsbürgerschaft, ohne die sonst übliche Wohnsitzfrist von zwei Jahren zu erfüllen. Laut argentinischen Medien sollen die ersten Gesuche im vierten Quartal 2026 eingereicht werden können. Die Umsetzung im Detail steht aber noch aus.
Zwei Wege zum Pass
Der Hauptgesuchsteller hat zwei Möglichkeiten. Entweder zahlt er 350 000 Dollar (CHF 289 000) als nicht rückzahlbaren Beitrag direkt an das Schatzamt. Oder er zeichnet für 800 000 Dollar (CHF 660 000) eine eigens geschaffene Staatsanleihe, die er laut der Zeitung Vistazo sieben Jahre halten muss. Zins, Laufzeit und Handelbarkeit dieser Anleihe sind noch nicht bekannt.
Für Angehörige kommen Zuschläge dazu. Ehepartner sowie ledige, kinderlose Kinder zwischen 18 und 25 Jahren kosten je 100 000 Dollar (CHF 82 000), minderjährige Kinder je 25 000 Dollar (CHF 21 000). Eine vierköpfige Familie mit zwei kleinen Kindern kommt über den Direktbeitrag damit auf 500 000 Dollar (CHF 412 000).
Strenge Prüfung angekündigt
Die Gesuche prüft eine neue Agentur für Staatsbürgerschaftsprogramme im Wirtschaftsministerium. Beteiligt sind auch der Geheimdienst SIDE, die Finanzaufsichtsstelle UIF sowie das Sicherheits- und das Innenministerium. Kontrolliert werden Identität, legale Herkunft der Mittel, Vermögenslage, Länderrisiko, Strafregister und Ruf. Die Regierung beruft sich dabei auf die Standards der OECD und der Arbeitsgruppe FATF gegen Geldwäscherei. Den Entscheid fällt am Ende die nationale Migrationsbehörde. Die Zeitung El Economista betont, dass Geld allein für eine Zusage nicht reicht.
Laut dem Beratungsunternehmen Henley & Partners erlaubt der argentinische Pass die visumfreie Einreise oder ein Visum bei Ankunft in rund 170 Ländern, darunter den Schengenraum für kurze Aufenthalte. Damit tritt Argentinien in Konkurrenz zu Programmen in der Karibik und anderswo. Zum Vergleich: Die «Gold Card» der USA verlangt 1 Mio. Dollar (CHF 825 000), gewährt aber nur eine dauerhafte Aufenthaltsbewilligung und keine Staatsbürgerschaft.
Warum Buenos Aires Dollar braucht
Das Programm soll ausdrücklich die Staatsfinanzen stärken und Devisen ins Land holen. Argentinien muss 2027 hohe Schulden in Fremdwährung bedienen. Laut der Nachrichtenplattform Ground News geht es um rund 25 Mrd. Dollar (CHF 20,6 Mrd.). Die vollständige Rückkehr an die internationalen Kapitalmärkte hat das Land bisher verschoben. Wie viele Gesuche tatsächlich eingehen, ist offen. Die Hongkonger Zeitung South China Morning Post fragt bereits, ob das Angebot auch Käufer aus China und Hongkong anlockt.
Quellen
- Argentina ofrecerá ciudadanía a extranjeros que aporten desde USD 350.000: así funcionará su "pasaporte dorado" (02.10.2026) – Vistazo
- Nuevo programa de ciudadanía por inversión: quiénes podrán solicitarla y cuánto deberán aportar (Oktober 2026) – Perfil
- Argentina citizenship by investment: US$350,000 passport (07.10.2026) – El Economista
- Argentina Names Latitude Advisory Consortium for Citizenship Program (Oktober 2026) – Ground News
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.