Audis US-Werk für 4 Mrd. Dollar (CHF 3,3 Mrd.): Q7, Q8 und Q9 sollen kommen, VW-Aufsichtsrat fehlt noch
Audi will sich mit einem eigenen Werk in Georgia von den US-Zöllen lösen. Inzwischen ist klar, welche Modelle dort entstehen sollen. Doch der Aufsichtsrat von Volkswagen hat nicht entschieden, und in Deutschland fordern die Arbeitnehmer Zusagen.
Anders als BMW und Mercedes hat Audi bisher kein eigenes Werk in den USA. Das soll sich ändern. US-Präsident Donald Trump stellte das Vorhaben am 24. Oktober an einer Wahlkampfveranstaltung in Perry im Bundesstaat Georgia vor, zusammen mit Audi-Chef Gernot Döllner. Audi nennt eine Investition von rund 4 Mrd. Dollar (CHF 3,3 Mrd.), Trump sprach von 4,2 Mrd. Dollar (CHF 3,4 Mrd.). Das Werk nahe Macon soll bis zu 200 000 Fahrzeuge pro Jahr bauen und rund 4500 Arbeitsplätze schaffen.
Gegenüber dem Branchenblatt Automotive News nannte Döllner nun Einzelheiten. Rückgrat der Fabrik werden die grossen Geländewagen Q7, Q8 und Q9, die heute aus Bratislava in der Slowakei kommen und damit unter die US-Zölle fallen. Etwa die Hälfte der Produktion ist für den US-Markt gedacht. Elektrische Geländewagen sind laut Motor1 nicht vorgesehen, geplant sind Verbrenner und Plug-in-Hybride. Der Bau beginnt 2027, die Produktion erst Anfang der 2030er-Jahre.
Zölle kosten Milliarden
Der Druck ist hoch. Die US-Zölle kosteten Audi laut Reuters im vergangenen Jahr rund 1,2 Mrd. Euro (CHF 1,1 Mrd.), weil alle Autos für den US-Markt aus Europa oder Mexiko kommen. Die US-Verkäufe sanken in den ersten neun Monaten laut Bloomberg um 16 %. Ob das Werk mit Zollerleichterungen verbunden ist, wollte Döllner nicht sagen.
Audi folgt damit der Konkurrenz. Mercedes verlagert den Geländewagen GLC von Bremen nach Alabama und steckt dafür 4 Mrd. Dollar (CHF 3,3 Mrd.) in das dortige Werk.
Freigabe steht aus
Beschlossen ist das Projekt noch nicht. Döllner erwartet die Zustimmung des Volkswagen-Aufsichtsrats bis Ende Jahr. Dort stellen die Arbeitnehmer die Hälfte der Sitze. IG-Metall-Chefin Christiane Benner, zugleich stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende, hält das Werk für richtig und notwendig, verlangt aber klare Perspektiven für alle Standorte. Audi-Betriebsratschef Jörg Schlagbauer sagt, es gebe noch keine verlässliche Entscheidung. Er fordert, dass Ingolstadt und Neckarsulm voll ausgelastet werden.
Der Streit fällt in eine heikle Phase. Audi will bis Ende 2029 in Deutschland bis zu 7500 Stellen streichen, Volkswagen will weltweit rund 100 000 Stellen bis 2030 abbauen. Die Gespräche über die gekündigten Firmentarifverträge beginnen am 24. November in Emden.
Quellen
- Audi verrät, welche Modelle man im künftigen US-Werk bauen will (27.10.2026) – Motor1
- Audi defends decision to stand by Trump on $4B U.S. factory in Georgia (25.10.2026) – Reuters via Honolulu Star-Advertiser
- Volkswagen Board Has Yet to Approve Audi's Macon Plant, Union and Works Council Say (26.10.2026) – The Deep Dive
- Mercedes GLC Alabama production (01.04.2026) – CarScoops
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.