Geldpolitik

Kanadas Notenbankchef Macklem: Staatsausgaben erschweren den Kampf gegen die Teuerung noch nicht

3. November 2026, 20:24 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Zwei Tage vor dem Bundesbudget stellt sich Bank-of-Canada-Chef Tiff Macklem vor die Regierung. Vor dem Parlament sagte er zudem, nach der ersten Zinserhöhung seit 2023 könnten weitere Schritte nötig werden.

Tiff Macklem hat am 3. November vor dem Finanzausschuss des Unterhauses in Ottawa ausgesagt. Die Finanzpolitik der Regierung von Premierminister Mark Carney mache es der Notenbank derzeit nicht schwerer, die Teuerung zu bekämpfen, sagte er laut Reuters. Geld- und Finanzpolitik stünden nicht im Widerspruch, berichtete die Nachrichtenagentur Canadian Press.

Zur Regierungspolitik äussere er sich nur in zwei Fällen, erklärte Macklem: wenn sie nicht mehr tragbar sei oder wenn sie die Rückkehr der Teuerung zum Ziel von 2 % behindere. Beides sei derzeit nicht der Fall. Eine Frage des konservativen Finanzpolitikers Michael Chong zu den Massnahmen gegen hohe Lebenskosten beantwortete er nicht direkt. Die Regierung legt ihr Budget am Donnerstag, 5. November, vor.

Teuerung soll auf 3,5 % steigen

In der Vorwoche, am 28. Oktober, hatte die Bank of Canada den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 2,5 % angehoben. Es war die erste Erhöhung seit Juli 2023. «Da der Teuerungsausblick deutlich höher liegt und sich die Wirtschaft als widerstandsfähig zeigt, war eine Erhöhung nötig», sagte Macklem laut Global News.

Die Zahlen aus seiner Eröffnungsrede erklären den Schritt. Die Teuerung liegt seit April bei rund 3 %, im September waren es 3,1 %. Bis Ende Jahr dürfte sie auf etwa 3,5 % klettern und 2027 bei mindestens 3 % bleiben. Erst Mitte 2028 soll sie wieder nahe am Ziel liegen. Treiber ist der Krieg im Nahen Osten: Benzin, Diesel und Heizöl dürften länger teuer bleiben. Bisher haben die Firmen höhere Kosten grossteils selbst getragen. In den kommenden zwölf Monaten erwartet die Notenbank aber, dass mehr davon bei den Konsumenten ankommt.

Schwierige Lage zwischen Energie und Zöllen

Die Wirtschaft selbst ist nicht heiss gelaufen. Für 2026 rechnet die Notenbank mit nur 1 % Wachstum, für 2027 und 2028 mit je etwa 2 %. Die Arbeitslosenquote verharrt bei rund 6,5 %, und neue US-Zölle dürften das vierte Quartal bremsen. Eine weitere Erhöhung könne nötig werden, sagte Macklem, die Notenbank gehe aber vorsichtig vor und entscheide von Sitzung zu Sitzung.

Kanada reiht sich damit in eine Gruppe von Notenbanken ein, die wegen der Energiepreise wieder straffen. Australien erhöhte erst am Dienstag auf 4,85 %, und Bundesbank-Präsident Joachim Nagel hält einen Schritt der EZB im Dezember für sehr wahrscheinlich. In der Schweiz lag die Teuerung im Oktober bei 1,5 %.

Quellen

  1. Opening Statement before the House of Commons Standing Committee on Finance (03.11.2026) – Bank of Canada
  2. Bank of Canada head says fiscal policy not hitting fight against inflation (03.11.2026) – Reuters via 93.3 The Drive
  3. Fiscal and monetary policy are not at odds, Bank of Canada's Macklem tells MPs (03.11.2026) – The Canadian Press via CP24
  4. Bank of Canada maintains stance on rate hike ahead of Nov. 5 budget release (03.11.2026) – Global News

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.