Bank of England erhöht den Leitzins auf 4 %: Teuerung soll bis Mitte 2027 auf rund 5 % steigen
Die britische Notenbank hat am 5. November den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 4 % angehoben, zum ersten Mal seit 2023. Gouverneur Andrew Bailey hält einen weiteren Schritt für möglich, falls der Konflikt im Nahen Osten nicht entschärft wird.
Der geldpolitische Ausschuss der Bank of England stimmte mit 8 zu 1 für die Erhöhung von 3,75 % auf 4 %. Laut dem Magazin Martin Cid wollte Catherine Mann als einziges Mitglied mehr, nämlich 0,5 Prozentpunkte. Die Analysten hatten den Schritt mehrheitlich erwartet. Im Dezember 2025 hatte die Notenbank den Zins noch auf 3,75 % gesenkt und ihn danach trotz des Kriegsbeginns im Februar stehen lassen.
Energie treibt die Teuerung
Die Teuerung lag im September bei 3,5 %, nach 3,1 % im August. Das Ziel beträgt 2 %. Treiber sind vor allem die Treibstoffpreise. Die Notenbank rechnet laut Martin Cid mit rund 4,5 % Anfang 2027 und laut The Guardian mit etwa 5 % bis Mitte 2027. Die Prognose stützt sich auf Terminpreise, die vor der Sitzung für Brent im Schnitt bei 108 Dollar (CHF 88) je Fass lagen. Laut MoneyWeek kostet das Fass inzwischen noch rund 96 Dollar (CHF 78).
Bailey band die Aussichten an die Diplomatie. Die zentrale Prognose setze echte Fortschritte bei der Beilegung des Konflikts voraus, sagte er sinngemäss. Ohne solche Fortschritte erscheine eine weitere Erhöhung recht wahrscheinlich. Zugleich warnte er laut MoneyWeek davor, den Schritt als Auftakt einer langen Serie zu sehen. Die Märkte rechnen bis Februar mit 4,25 %, doch der Ausschuss wollte das nicht bestätigen: Die Geldpolitik folge keinem vorgezeichneten Pfad. Der nächste Entscheid fällt am 17. Dezember.
Die Einschätzungen der Ökonomen gehen über die Notenbank hinaus. Rob Wood von Pantheon Macroeconomics erwartet den Höchststand der Teuerung von 5 % schon im Februar und bis April drei weitere Erhöhungen. Oxford Economics rechnet mit einem Schritt im Februar auf 4,25 %.
Hypotheken verteuern sich
Die neuen britischen Hypotheken kosten laut Moneyfacts im Schnitt 5,89 %, so viel wie seit drei Jahren nicht mehr. Direkt betroffen sind rund 1 Million Haushalte mit variablen Verträgen. Von den 7,36 Millionen Festhypotheken laufen zudem etwa 2,3 Millionen im Lauf von 2027 aus. Für eine Hypothek von 200 000 Pfund (CHF 220 000) über 25 Jahre bedeutet der Schritt rund 30 Pfund (CHF 33) mehr pro Monat.
An den Märkten blieb die Reaktion verhalten, weil die Erhöhung eingepreist war. Das Pfund notierte am frühen Nachmittag bei rund 1,10 Franken, nur leicht höher als am Vortag. Der FTSE 100 lag rund 0,7 % im Plus. Die Rendite der zehnjährigen britischen Staatsanleihen, der Gilts, sank laut The Guardian um 4 Basispunkte. Die Bank of England folgt damit einem Trend: Die EZB hat ihren Einlagensatz dieses Jahr zweimal auf 2,5 % erhöht, die Schweizerische Nationalbank belässt ihren Leitzins dagegen bei 0 %.
Quellen
- Live: Bank of England raises interest rates (05.11.2026) – MoneyWeek
- Bank of England raises rates to 4%, its first hike since 2023, as energy bites (05.11.2026) – Martin Cid Magazine
- Bank of England raises rates for first time in three years (05.11.2026) – Brit Brief
- Bank of England warns inflation will surge by next summer, as it hikes UK interest rates to 4% (05.11.2026) – The Guardian
- BOE Hikes Rates, Warns of Rising Inflation (05.11.2026) – Bloomberg
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.