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Benko erneut vor Gericht: Haselsteiner belastet Signa-Gründer im Streit um 5 Mio. Euro (CHF 4,6 Mio.)

4. November 2026, 23:24 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

In Innsbruck hat am 4. November ein weiterer Strafprozess gegen René Benko begonnen. Die Anklage wirft ihm vor, die Stiftung des Strabag-Gründers Hans Peter Haselsteiner geschädigt zu haben. Benko plädiert auf nicht schuldig, für ihn gilt die Unschuldsvermutung.

Der Schöffenprozess am Landesgericht Innsbruck ist auf zwei Tage angesetzt und soll am Donnerstag weitergehen. Die österreichische Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) legt dem 49-jährigen Signa-Gründer schweren Betrug und betrügerische Krida zur Last. Krida bedeutet, dass Vermögen vor Gläubigern verheimlicht wird. Bei einem Schuldspruch drohen bis zu zehn Jahre Haft.

Eine Garantie kurz vor der Pleite

Im Zentrum steht eine Garantieerklärung vom 6. November 2023, kurz vor der Insolvenz der Signa Holding. Laut Anklage sagte Benko darin zu, bis zum 30. Juni 2024 rund 5 Mio. Euro (CHF 4,6 Mio.) an Haselsteiners Familienstiftung zu zahlen. Die Stiftung überwies daraufhin rund 3,3 Mio. Euro (CHF 3 Mio.) an die Signa Holding und verzichtete auf eine Rückforderung von rund 1,7 Mio. Euro (CHF 1,6 Mio.). Das Geld war für die angeschlagene Tochter SportScheck gedacht. Die Rückzahlung blieb laut Anklage aus.

Hintergrund ist ein Kauf von Aktien der Signa Development durch die Stiftung im Jahr 2022 für 5 Mio. Euro (CHF 4,6 Mio.). Die Zahlung sollte mit Dividenden verrechnet werden. Hier gehen die Darstellungen auseinander. Verteidiger Norbert Wess sagt, Haselsteiner habe lediglich eine überfällige Schuld beglichen, es sei also niemand getäuscht worden und kein Schaden entstanden. Benko erklärte, die Garantie sei ihm in der Hitze des Gefechts aufgedrängt worden.

Haselsteiner im Zeugenstand

Haselsteiner, 82 Jahre alt, sagte rund eineinhalb Stunden aus. Es war seine erste Zeugenaussage in einem Strafverfahren rund um Signa. Ohne die Garantie hätte er nicht bezahlt, erklärte er laut Medienberichten. Benko habe den Eindruck erweckt, die Summe mühelos aufbringen zu können. Die Oberstaatsanwältin bezeichnete Benko als faktischen Machthaber der Signa Holding.

Der zweite Anklagepunkt betrifft ein Jagdgewehr im Wert von 80 000 Euro (CHF 73 000), das Benko dem Insolvenzverwalter verheimlicht haben soll. Die Verteidigung entgegnet, die Waffe habe ihm nie gehört. Benko erschien aus dem elektronisch überwachten Hausarrest. Laut Medienberichten ist das Interesse am Verfahren geringer als bei den beiden Prozessen im letzten Jahr.

Die Signa-Pleite traf auch den Schweizer Finanzplatz. Julius Bär schrieb im Februar 2024 ihr gesamtes Signa-Kreditengagement ab, was Nettoverluste von 606 Mio. Franken bedeutete. Konzernchef Philipp Rickenbacher trat damals zurück.

Quellen

  1. Haselsteiner-Benko-Konflikt bei Strafprozess in Innsbruck (04.11.2026) – finanzen.at
  2. Erneuter Prozess gegen Benko in Innsbruck begonnen (04.11.2026) – finanzen.at
  3. Benko in Prozess mit Angriffen auf Haselsteiner (04.11.2026) – Südtirol News
  4. 1 1/2 Stunden im Zeugenstand: Hans Peter Haselsteiner mit viel Emotionen beim Benko-Prozess (04.11.2026) – MeinBezirk
  5. Haselsteiner wollte sich von "Bua" Benko nichts anschaffen lassen – und belastet ihn vor Gericht (04.11.2026) – Der Standard
  6. Julius Bär schreibt Signa-Kredite ab und wechselt Chef aus (01.02.2024) – Börse Online / dpa-AFX

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.