Technologie

Microsoft, Apple und Amazon steigen um 6 bis 7 %: Anleger hoffen auf langsameren Bau von Rechenzentren

4. November 2026, 19:26 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Die grössten US-Technologiekonzerne führen die Rally nach dem Wahlsieg der Demokraten an. Hält das Plus, gewinnen sie rund 750 Mrd. Dollar (CHF 613 Mrd.) an Wert. Spezialisierte Rechenzentrumsbetreiber brechen dagegen um bis zu 12 % ein.

An der Wall Street läuft am 4. November eine ungewöhnliche Umschichtung. Gegen 19.25 Uhr Schweizer Zeit lag Amazon rund 7,4 % im Plus, Microsoft 6,6 %, Apple 6,4 %, Alphabet 4,3 % und Meta 2,4 %. Microsoft und Apple erreichten laut Medienberichten Rekordstände. Reuters rechnet vor, dass die fünf Konzerne zusammen über 750 Mrd. Dollar (CHF 613 Mrd.) an Börsenwert gewinnen würden, falls die Gewinne bis Handelsschluss halten. Vor der Wahl hatten Sorgen über die KI-Kosten die Kurse tagelang belastet.

Warum weniger Bau den Grossen helfen könnte

Die Überlegung der Anleger klingt paradox. Die Demokraten haben beide Kammern des Kongresses gewonnen, und Kritiker von Rechenzentren siegten auch in Texas deutlich. Zudem stimmten in Ohio mindestens 14 Gemeinden für Beschränkungen, zehn davon für ein Verbot. Wird weniger neu gebaut, steigt der Wert bestehender Kapazitäten. Davon profitieren jene, die bereits über Rechenleistung verfügen. Zugleich sinkt der Druck, immer mehr auszugeben.

Dieser Druck ist gross. Die Technologiekonzerne wollen laut Reuters dieses Jahr über 740 Mrd. Dollar (CHF 605 Mrd.) investieren, nach rund 400 Mrd. Dollar (CHF 327 Mrd.) im Vorjahr. Dafür nehmen früher schuldenarme Firmen zunehmend Kredite auf. Bei Amazon lag der freie Geldfluss über zwölf Monate bis September bei minus 42,4 Mrd. Dollar (CHF minus 34,6 Mrd.). Microsoft erzielte im letzten Quartal als einziger der grossen KI-Investoren ein Plus von 18,6 Mrd. Dollar (CHF 15,2 Mrd.). Apple investiert deutlich weniger in KI, leidet aber unter hohen Preisen für Speicherchips.

Art Hogan von B. Riley Wealth sagte gegenüber Reuters sinngemäss, nach der Wahl könne es beim Bau neuer Rechenzentren Verzögerungen geben. Bestehende Anlagen würden dadurch wertvoller. Dan Ives von Yorkville Ives nannte Texas als grösste Sorge, weil dort 25 bis 30 % der Kapazitäten stehen. Er rechnet mit einem gemässigteren Tempo, was viele Investoren begrüssen dürften.

Verlierer sind die Bauherren

Unter Druck stehen Firmen, die ihren Ausbau mit Schulden finanzieren. Iren verlor rund 11,8 %, CoreWeave rund 10,2 %, Applied Digital rund 8,1 %. Der Stromversorger Constellation Energy gab rund 6,2 % nach. Auch Schweizer Werte blieben nicht verschont: ABB, die am Ausbau der Stromversorgung von Rechenzentren verdient, schloss rund 2,8 % tiefer, obwohl der SMI um 1,9 % zulegte.

Ein Gesetz gegen Rechenzentren ist nicht in Sicht. Analysten bezweifeln laut Reuters, dass der Kongress den Bau spürbar stoppen kann, rechnen aber mit mehr Anhörungen und Untersuchungen. Entschieden wird vieles ohnehin vor Ort, in Gemeinden und Bundesstaaten.

Quellen

  1. Democrats' midterm sweep fuels $750 billion Big Tech rally (04.11.2026) – Reuters via AOL
  2. AI data-center stocks slide, renewables rally after Democratic US midterm sweep (04.11.2026) – Reuters via Yahoo Finance
  3. Microsoft Soars 7% to Record, Apple and Amazon Up 7% After Democratic Midterm Sweep (04.11.2026) – TIKR
  4. Sieg der Demokraten in den USA – Wie die Finanzmärkte auf die Midterms reagieren (04.11.2026) – SRF

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.