Biontech schreibt im dritten Quartal Gewinn und engt die Prognose ein: Zwei Rückschläge in der Krebsforschung
Biontech meldet für das dritte Quartal einen Gewinn von 184,5 Mio. Euro (CHF 169 Mio.) und hebt das untere Ende der Umsatzprognose an. Gleichzeitig verfehlte eine Krebsstudie ihr Ziel. Die Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci gehen bis Ende Jahr.
Der Umsatz des Mainzer Konzerns sank im dritten Quartal auf 1,29 Mrd. Euro (CHF 1,18 Mrd.), nach 1,52 Mrd. Euro (CHF 1,39 Mrd.) im Vorjahr. Laut Unternehmen liegt das vor allem an der tieferen Nachfrage nach Covid-Impfstoffen. Der Wert lag laut wallstreet-online dennoch über den Erwartungen des Marktes. Unter dem Strich blieben 184,5 Mio. Euro (CHF 169 Mio.), nach einem Verlust von 28,7 Mio. Euro (CHF 26 Mio.).
Der Sprung ist weniger stark, als er aussieht. Im Vorjahresquartal lasteten Kosten für Rechtsstreitigkeiten von 678,5 Mio. Euro (CHF 622 Mio.) auf dem Ergebnis. Der bereinigte Gewinn je Aktie (ohne Sondereffekte) fiel von 3,11 Euro (CHF 2,85) auf 1,76 Euro (CHF 1,61). Nach neun Monaten steht ein Verlust von 1,17 Mrd. Euro (CHF 1,07 Mrd.), gegenüber 831 Mio. Euro (CHF 762 Mio.) im Vorjahr. Die Forschung kostet viel, auch 2026 plant Biontech dafür bereinigt 2,0 bis 2,3 Mrd. Euro (CHF 1,8 bis 2,1 Mrd.) ein.
Prognose unten angehoben
Für 2026 erwartet Biontech nun 1,7 bis 1,9 Mrd. Euro (CHF 1,56 bis 1,74 Mrd.) Umsatz, bisher waren es 1,6 bis 1,9 Mrd. Euro (CHF 1,47 bis 1,74 Mrd.). Finanzchef Ramón Zapata stellte laut Handelsblatt die obere Hälfte der Spanne in Aussicht. Das Polster bleibt gross: Ende September lagen 16,2 Mrd. Euro (CHF 14,8 Mrd.) in Bargeld und Wertpapieren bereit. Die US-Hinterlegungsscheine (ADR) stiegen vorbörslich um rund 2,3 %, in Deutschland notierte die Aktie am frühen Nachmittag rund 1,5 % höher bei 79,35 Euro (CHF 72,80).
Gemischte Studienlage, neue Führung
In der Krebsforschung gab es Licht und Schatten. Das Mittel BNT113 erreichte beim progressionsfreien Überleben, also der Zeit ohne Fortschreiten der Krankheit, keine statistische Signifikanz. Die Studie läuft bis zum Endpunkt Gesamtüberleben weiter. Eine Phase-2-Studie zu Darmkrebs mit Autogene Cevumeran wurde vorzeitig beendet. Positiv fiel Gotistobart auf, das in einer Phase-3-Studie bei Lungenkrebs das mittlere Überleben gegenüber Chemotherapie fast verdoppelte. Für ein Programm nutzt Biontech zudem eine Option, wonach die künftigen Forschungskosten ab 2027 grundsätzlich an die Roche-Tochter Genentech gehen.
Sahin und Türeci wechseln laut Handelsblatt bis spätestens Ende Jahr zur neuen Mainzer Firma Arife. Ob Biontech ihr Rechte und mRNA-Technologien gegen eine Minderheitsbeteiligung überträgt, ist noch offen. Neuer Chef wird spätestens am 1. Februar 2027 Guido Oelkers, bisher Chef von Sobi. Die Standorte Tübingen, Marburg und Idar-Oberstein schliessen bis Ende 2028, rund 1800 Stellen sind betroffen.
Quellen
- BioNTech Announces Third Quarter 2026 Financial Results and Corporate Update, Form 6-K (03.11.2026) – BioNTech / SEC
- Biontech mal wieder mit Plus - Gründer-Ehepaar vor Abschied (03.11.2026) – Handelsblatt / dpa
- Nach dem tiefroten Halbjahr: BioNTech: Aktie steigt! Plötzlich schwarze Zahlen (03.11.2026) – wallstreet-online
- BioNTech Aktie: Guido Oelkers wird 2027 Vorstandschef (04.08.2026) – boerse-express.com
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.