Boeing schreibt im dritten Quartal 116 Mio. Dollar Verlust, liefert aber mehr freie Mittel als erwartet
Der US-Flugzeugbauer Boeing hat das dritte Quartal erneut mit einem Verlust abgeschlossen. Umsatz und Mittelzufluss fielen aber besser aus als von Analysten erwartet. Ein Rekord-Auftragsbestand und neue Zulassungen stützen die Hoffnung auf eine Wende.
Boeing hat am 27. Oktober seine Zahlen für die Monate Juli bis September vorgelegt. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 4 % auf 24,2 Mrd. Dollar, umgerechnet rund CHF 20 Mrd. Unter dem Strich blieb ein Nettoverlust von 116 Mio. Dollar. Im Vorjahresquartal hatte Boeing wegen Belastungen beim Grossraumjet 777X noch 5,3 Mrd. Dollar verloren. Pro Aktie betrug der Verlust 26 Cent.
Die Erwartungen der Analysten wurden nur teilweise erfüllt. Laut Investing.com hatte der Markt mit einem Umsatz von 23,85 Mrd. Dollar gerechnet, Boeing übertraf diesen Wert. Beim Verlust je Aktie lag der Konzern dagegen leicht über der Prognose von 21 Cent, die Reuters unter Berufung auf LSEG-Daten genannt hatte.
Freier Mittelzufluss als wichtigste Kennzahl
Für viele Anleger zählt bei Boeing vor allem der freie Cashflow, also das Geld, das nach Investitionen aus dem Geschäft übrig bleibt. Er lag bei 464 Mio. Dollar, fast doppelt so viel wie im Vorjahr mit 238 Mio. Dollar. Je nach Datenanbieter hatten Analysten mit 325 bis 331 Mio. Dollar gerechnet. Der operative Cashflow stieg auf knapp 1,5 Mrd. Dollar, obwohl darin rund 0,7 Mrd. Dollar Zahlungen aus einem Vergleich mit dem US-Justizministerium enthalten sind. Die flüssigen Mittel beliefen sich auf 20,7 Mrd. Dollar, die Schulden blieben bei 45,9 Mrd. Dollar.
Der Analyst Matt Akers von BNP Paribas hatte vor der Publikation gegenüber Reuters erklärt, der freie Cashflow sei für Investoren die zentrale Grösse. Er hänge vor allem von den Auslieferungen ab.
Zivilsparte bleibt das Sorgenkind
Die Sparte für Verkehrsflugzeuge schrieb einen operativen Verlust von 697 Mio. Dollar, deutlich mehr als erwartet. Der Umsatz sank dort um 3 % auf 10,7 Mrd. Dollar. Boeing begründet dies mit einem ungünstigeren Mix der Auslieferungen sowie höheren Kosten in der Lieferkette und bei künftigen Anpassungen der Produktionsraten. Insgesamt lieferte der Konzern 161 Verkehrsflugzeuge aus, darunter 124 Maschinen vom Typ 737.
Lichtblicke gibt es in anderen Bereichen. Die Rüstungs- und Raumfahrtsparte steigerte den Umsatz um 15 % auf 7,9 Mrd. Dollar, die Dienstleistungssparte um 4 % auf 5,6 Mrd. Dollar. Der Auftragsbestand erreichte mit 745,4 Mrd. Dollar einen Rekord. Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat inzwischen die Varianten 737-7 und 737-10 zugelassen. Die erste 777X soll weiterhin 2027 ausgeliefert werden. Konzernchef Kelly Ortberg verwies auf den Fokus auf Sicherheit und Qualität, räumte aber ein: «Wir sind noch nicht fertig.»
Die Aktie reagierte im vorbörslichen US-Handel kaum. Seit Jahresbeginn hatte sie laut Reuters bis zum 26. Oktober gut 17 % an Wert verloren.
Quellen
- Boeing Reports Third Quarter Results (27.10.2026) – Boeing / SEC Form 8-K
- Boeing posts better-than-expected free cash flow (27.10.2026) – Investing.com
- Boeing forecast to post small quarterly loss despite recent wins, analysts say (26.10.2026) – Reuters / Investing.com
- Boeing fliegt weiteren Verlust ein - Aktie reagiert positiv (27.10.2026) – cash.ch / AWP
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.