Bombendrohungen gegen Flüge in Europa: Ryanair und Wizz Air verlieren 1,4 %, doch der Flugbetrieb läuft weiter
Zum dritten Tag in dieser Woche haben falsche Bombendrohungen den Luftverkehr in Europa gestört. Mehrere Maschinen wurden umgeleitet oder von Kampfjets begleitet, Sprengstoff fand sich bisher keiner. An der Börse blieb die Reaktion gering, die Urheber sind unbekannt.
Am Donnerstag, 5. November, gingen erneut Drohungen gegen Passagierflüge in Europa ein. Die Angaben zur Zahl schwanken: Nau.ch nennt mindestens zwölf Flüge, laut The New Arab waren es rund 20. Bereits am Dienstag gab es eine ähnliche Serie mit sieben bis zehn Flügen, am Montag traf es einen Wizz-Air-Flug von London Luton nach Sofia. Die bisherigen Kontrollen ergaben keine Hinweise auf Sprengstoff, Verletzte wurden nicht gemeldet.
Wer betroffen ist
Betroffen waren vor allem Ryanair und Wizz Air, dazu unter anderem Aer Lingus, Finnair, LOT und Aegean. Ein Aer-Lingus-Flug von Dublin nach Rom mit 151 Passagieren und sechs Besatzungsmitgliedern landete auf dem Militärflugplatz Évreux in Frankreich. Ein Finnair-Flug von Helsinki nach Rom wurde von italienischen Kampfjets begleitet. Eine Wizz-Air-Maschine von Mailand nach Warschau wich nach Wien aus, ein Ryanair-Flug von London nach Sofia nach Plowdiw. In Prag stuften die Behörden die Warnungen als wenig glaubwürdig ein.
In den ausgewerteten Meldungen erscheint weder ein Schweizer Flughafen noch die Swiss. Gemessen am Gesamtverkehr bleibt das Ausmass klein: Eurocontrol, die europäische Flugsicherungsorganisation, zählte laut The New Arab rund 25 000 geplante Flüge. Selbst 20 betroffene Verbindungen wären weniger als 0,1 %.
Börse reagiert verhalten
Die Aktien von Ryanair und Wizz Air schlossen am Donnerstag je rund 1,4 % tiefer, Ryanair bei 24,98 Euro (CHF 22,88), Wizz Air bei 1038 Pence (CHF 11,40). Lufthansa gewann 1,1 %. Ein belastbarer Zusammenhang der Kursbewegungen mit den Drohungen lässt sich nicht herstellen, denn der Tag stand im Zeichen des Tech-Ausverkaufs in den USA und von Quartalszahlen. Angaben zu den Kosten für Umleitungen und Kontrollen liegen bisher nicht vor.
Urheber weiter unklar
Niemand hat sich offiziell bekannt. Drohschreiben an Flughäfen in Rom und Sofia enthielten frauenfeindliche Botschaften und waren angeblich mit «Kämpfer des Male State» gezeichnet. Eine Verbindung zur gleichnamigen rechtsextremen russischen Bewegung konnte die Agentur AFP laut The New Arab nicht bestätigen. EU-Verkehrskommissar Apostolos Tzitzikostas sagte, es sei zu früh, um einen Zusammenhang zu beurteilen. Nach einem Bericht des Guardian sehen Ermittler bislang keine unmittelbaren Hinweise auf einen staatlichen Akteur. Europäische Regierungsvertreter werfen Russland und dem Iran allgemein hybride Angriffe vor, beide Länder weisen das zurück.
Quellen
- New hoax bomb threats hit European flights (05.11.2026) – The New Arab
- 'Too early' to say if Europe flight bomb threats linked, EU transport chief says (05.11.2026) – Euronews
- WDH/ROUNDUP: Mysteriöse Bombendrohungen stören Flugverkehr in Europa (05.11.2026) – Ariva
- Mehrere Flüge in Europa von erneuten Bombendrohungen betroffen (05.11.2026) – Nau.ch
- Erneut Bombendrohungen gegen zahlreiche Flüge in Europa (05.11.2026) – Aerotelegraph
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.