Bosch macht Chips zum eigenen Geschäftsbereich: 5 Mrd. Euro (CHF 4,6 Mrd.) Umsatz bis 2030 als Ziel
Der deutsche Technologiekonzern Bosch löst sein Halbleitergeschäft aus der bisherigen Struktur heraus und öffnet die Werke für fremde Kunden. Neue Märkte wie Rechenzentren und humanoide Roboter sollen die Abhängigkeit vom Auto verringern.
Bosch hat am 3. November angekündigt, das Halbleitergeschäft per 1. Januar 2028 in einen eigenen Geschäftsbereich namens Semiconductors zu überführen. Die Einheit bleibt im Unternehmensbereich Mobility, trennt sich aber von Mobility Electronics, das sich künftig auf Steuergeräte und Leistungselektronik für Fahrzeuge konzentriert. Bis 2030 soll der Halbleiterumsatz jährlich 5 Mrd. Euro (CHF 4,6 Mrd.) erreichen, das Wachstum soll im niedrigen zweistelligen Prozentbereich liegen.
Einen aktuellen Umsatz der Sparte nennt Bosch nicht, wie das Handelsblatt berichtet. Die Chips werden bisher vor allem intern verwendet. Zum Vergleich: Der deutsche Chiphersteller Infineon kam im vergangenen Geschäftsjahr gemäss eigener Prognose auf rund 16 Mrd. Euro (CHF 14,7 Mrd.).
Fremdfertigung und neue Märkte
Bosch will seine Fabriken künftig auch für externe Kunden öffnen und so ein Geschäft als Auftragsfertiger aufbauen. Neue Absatzfelder sind Industrieautomation, Steuerungen für humanoide Roboter und Bauteile für KI-Rechenzentren. Stärken sieht das Unternehmen bei MEMS-Sensoren, das sind winzige mechanische Sensoren auf Chips, sowie bei Siliziumkarbid-Chips und kundenspezifischen Halbleitern.
Die neue Struktur soll laut Handelsblatt auch Partnerschaften mit Firmen erleichtern, die Know-how oder Kapital mitbringen. Von einem Verkauf oder Börsengang ist in den vorliegenden Berichten nicht die Rede. Erik Rein, bei Bosch für das Halbleitergeschäft verantwortlich, sprach von einem neuen Kapitel in der über 60-jährigen Halbleitergeschichte des Konzerns.
Teil des grossen Konzernumbaus
Bosch hat in den letzten Jahren rund 3 Mrd. Euro (CHF 2,8 Mrd.) in die deutschen Werke Dresden und Reutlingen gesteckt und rund 2 Mrd. Dollar (CHF 1,6 Mrd.) in den Ausbau von Roseville in Kalifornien. An der Chipfabrik ESMC in Dresden hält der Konzern 10 %. Weltweit zählt Bosch rund 40 Halbleiterstandorte.
Der Schritt passt zum Umbau unter Konzernchef Christian Fischer, der das Unternehmen vereinfachen will. Die Mobilitätssparte soll bis Ende 2027 in eine neue Tochtergesellschaft übergehen. Sie steuerte 2025 rund 61 % zum Konzernumsatz von 91 Mrd. Euro (CHF 83,6 Mrd.) bei.
Quellen
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.