Brent fällt auf 97 Dollar (CHF 80): Wochenminus von 12 bis 15 % trotz neuer Tankerangriffe in Hormus
Die Hoffnung auf ein Ende des Iran-Kriegs drückt den Ölpreis am Freitag wieder unter 100 Dollar (CHF 82). Am Golf bleibt die Lage aber angespannt: Im Oktober wurden so viele Schiffe getroffen wie in keinem anderen Kriegsmonat.
Ein Fass der Nordseesorte Brent kostete am Freitag am Nachmittag rund 97 Dollar (CHF 80) und damit etwa 1 bis 2 % weniger als am Vortag. Am Morgen hatte der Preis nach neuen Tankerangriffen noch bei gut 100 Dollar (CHF 82) gelegen. Die US-Sorte WTI notierte bei rund 90 Dollar (CHF 74). Das Wochenminus von Brent beziffern Marktberichte je nach Bezugspunkt auf 12 bis 15 %. Laut dem Portal esyoil wäre ein Rückgang um rund 15 % der stärkste Wochenverlust seit April 2020.
Diplomatie treibt den Markt
Auslöser ist laut dpa-AFX ein Bericht von Bloomberg, wonach die USA und der Iran einem möglichen Durchbruch nahekommen. Teheran sei bereit, über Atomfragen zu sprechen, die es bisher ausgeklammert hatte, und prüfe Vorschläge des Vermittlers Katar. US-Präsident Donald Trump telefonierte zudem mit dem Emir von Katar über eine Deeskalation. Der Wahlsieg der Demokraten bei den Zwischenwahlen in den USA nährte die Erwartung eines rascheren Kriegsendes zusätzlich.
Dazu kommt das Angebot. Die Golfstaaten exportierten im Oktober laut dem Datenanbieter Vortexa 14 Mio. Fass Rohöl pro Tag, rund 90 % des Vorkriegsniveaus. JPMorgan schätzt den weltweiten Überschuss für Oktober auf 1,4 Mio. Fass pro Tag. Die Commerzbank erwartet, dass der Bericht der Internationalen Energieagentur in der kommenden Woche die Entspannung bei der Versorgung bestätigt.
Tankerangriffe und Skepsis
In der Strasse von Hormus bleibt die Lage dennoch angespannt. Die Revolutionsgarden meldeten drei weitere beschädigte Tanker, eine unabhängige Bestätigung fehlt. Die britische Seesicherheitsbehörde UKMTO zählt seit Sonntag mindestens fünf Vorfälle, im Oktober wurden 35 Schiffe getroffen. Die US-Seeblockade läuft weiter, und Teheran verlangt vor einer vollständigen Öffnung von Hormus unter anderem die Aufhebung der Blockade und die Freigabe eingefrorener Gelder.
Viele Fachleute bleiben zurückhaltend. Die Beratungsfirma Rapidan Energy Group hält eine Wiederaufnahme der Kämpfe für zu 80 % wahrscheinlich. Pavel Molchanov von Raymond James sieht die entscheidende Frage darin, ob das Weisse Haus seine Iran-Strategie ändert. Ein Abkommen, das Hormus dauerhaft öffnet, könnte die Preise weiter senken, er rät aber weiter zu Skepsis. Bei Verbraucherprodukten kommt die Entspannung ohnehin langsamer an: Die Golfexporte von Diesel und Kerosin liegen laut esyoil erst bei rund der Hälfte des Vorkriegsstands. Heizöl kostet in Deutschland im Schnitt noch über 168 Euro (CHF 154) je 100 Liter.
Quellen
- Ölpreise geben merklich nach - Deutliche Verluste auf Wochensicht (06.11.2026) – dpa-AFX via onvista
- Ölpreise ziehen wieder an. Tankerangriffe am Persischen Golf gehen weiter (06.11.2026) – esyoil
- Oil Prices Iran Peace Bet: Brent Eyes 12% Weekly Slump (06.11.2026) – Trading and Investment News
- Börsen-Ticker: Nasdaq und S&P auf Erholungskurs - Ölpreise geben nach (06.11.2026) – cash.ch
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.