Broadcom schnürt 63 Milliarden Dollar für Anthropic-Chips, Banken planen Anleihen über 21 Milliarden
Vier Finanzhäuser stellen 63 Milliarden Dollar bereit, damit Anthropic Chips von Broadcom mieten kann. Es ist die grösste Finanzierung für KI-Infrastruktur bisher. Die Broadcom-Aktie schloss am Dienstag rund 4 % höher.
Bank of America, Blackstone, Citigroup und Morgan Stanley haben am Montag, 26. Oktober, ein Finanzierungspaket von 63 Milliarden Dollar angekündigt, umgerechnet rund 52 Milliarden Franken. Mit dem Geld kauft eine neu gegründete Zweckgesellschaft KI-Beschleuniger und Netzwerktechnik von Broadcom. Diese vermietet sie anschliessend an das KI-Unternehmen Anthropic. Die Lieferungen sollen 2027 beginnen. Laut dem Wall Street Journal ist es die grösste Geldbeschaffung für KI-Infrastruktur überhaupt.
So funktioniert die Konstruktion
Die Zweckgesellschaft, im Fachjargon SPV genannt, ist rechtlich von Broadcom und Anthropic getrennt. Die Mietzahlungen von Anthropic sollen die Schulden über die Zeit tilgen. Bank of America, Citi und Morgan Stanley arrangieren den vorrangigen Teil der Kredite. Blackstone stellt allein den nachrangigen Teil, der bei Ausfällen zuerst Verluste trägt. Broadcom selbst sichert den Restwert der Hardware ab, und zwar in Höhe des vorrangigen Teils. Fällt Anthropic aus und reicht der Verkaufserlös der Chips nicht, springt also der Chipkonzern ein.
Laut Bloomberg wollen die Banken einen Teil davon weiterreichen. Geplant sind demnach Anleihen mit guter Bonität («Investment Grade») über bis zu rund 21 Milliarden Dollar, frühestens Anfang nächsten Jahres. Das Wall Street Journal berichtet, Broadcom-Chef Hock Tan habe sich in letzter Minute persönlich in die Verhandlungen mit den Banken eingeschaltet. Tan sagte, die Nachfrage nach Rechenleistung wachse aussergewöhnlich schnell, und das Geschäft zeige, dass Kapital für dieses Wachstum vorhanden sei. Blackstone-Präsident Jon Gray sprach von einer enormen Chance, Rechenkapazität in grossem Stil zu finanzieren.
Börse feiert, Kreditmarkt bleibt vorsichtig
Am Montag hatte Anthropic zudem seinen Börsengang an der Nasdaq beantragt. Die Broadcom-Aktie stieg an diesem Tag um 2,3 % auf 329,17 Dollar. Am Dienstag legte sie weitere rund 4 % auf 342,33 Dollar zu, getragen von der breiten Erholung der Technologiewerte. Die Investmentbank DA Davidson stufte das Papier auf «Kaufen» hoch.
Am Kreditmarkt wird die Rolle von Broadcom als Garant kritischer gesehen. Schon im August waren die Kosten für die Absicherung gegen einen Zahlungsausfall von Broadcom, gemessen an fünfjährigen Kreditausfallversicherungen, um 28 Basispunkte gestiegen, wie Bloomberg damals berichtete. Hintergrund sind die wachsenden Garantien für KI-Finanzierungen. Bereits im Juni hatte Broadcom zusammen mit Apollo und Blackstone eine ähnliche Konstruktion über 35 Milliarden Dollar für Anthropic aufgesetzt.
Quellen
- Broadcom secures $63 billion from banks to finance AI compute sales to Anthropic (26.10.2026) – Investing.com
- Broadcom Arranges $63 Billion Deal to Finance Anthropic’s Chips (26.10.2026) – Bloomberg / Yahoo Finance
- Banks Eye $21 Billion of Bonds For Broadcom Chip-Financing Deal (27.10.2026) – Bloomberg
- Broadcom CEO Helped Secure $63 Billion Anthropic AI Financing Deal (27.10.2026) – MarketScreener
- Broadcom Credit Risk Soars on Mega AI Debt Financing Backstops (24.08.2026) – Bloomberg Government
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.