Konjunktur

Deutschland: Bundesagentur für Arbeit braucht 5,05 Mrd. Euro (CHF 4,6 Mrd.) Darlehen vom Bund

5. November 2026, 22:26 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Die Erholung am deutschen Arbeitsmarkt bleibt aus, nun muss der Bund einspringen. Die Bundesagentur für Arbeit erhält ein zinsloses Darlehen von 5,05 Mrd. Euro (CHF 4,6 Mrd.). Ohne die Hilfe könnte sie laut Finanzministerium ihre Ausgaben bis Jahresende nicht decken.

Das Bundesfinanzministerium hat den Haushaltsausschuss des Bundestags in einem Schreiben über die Hilfe informiert, wie die FAZ berichtete. Das Darlehen von 5,05 Mrd. Euro (CHF 4,6 Mrd.) ist zinslos und dient vor allem dazu, die höheren Ausgaben für das Arbeitslosengeld zu decken. Das Ministerium spricht von einer notwendigen Liquiditätshilfe. Es kommt zu den bereits eingeplanten 4 Mrd. Euro (CHF 3,7 Mrd.) dazu.

Finanzlücke mehr als doppelt so gross wie geplant

Die Lücke der Bundesagentur ist laut Bericht mehr als doppelt so gross wie im ursprünglichen Haushalt 2026 vorgesehen. Die Agentur selbst hatte bis Jahresende ein Defizit von über 10 Mrd. Euro (CHF 9,2 Mrd.) erwartet. Mit dem Darlehen aus dem Vorjahr von 1,4 Mrd. Euro (CHF 1,3 Mrd.) steht sie Ende Jahr mit über 10 Mrd. Euro (CHF 9,2 Mrd.) beim Bund in der Schuld.

Der Grund liegt in der Planung. Die Etatplaner gingen Ende 2025 von einer Erholung am Arbeitsmarkt aus, die nicht eintrat. Für 2026 erwartet das Ministerium nun im Jahresdurchschnitt 3 Millionen Arbeitslose, 100 000 mehr als geplant. Im Oktober sank die Zahl gegenüber dem Vormonat zwar um 40 000 auf 2,955 Millionen. Dieser Rückgang ist jedoch saisonal bedingt. Agentur-Chefin Andrea Nahles hatte vor einigen Wochen gesagt, eine Belebung am Arbeitsmarkt werde noch Monate dauern.

Auch Rente und Grundsicherung brauchen mehr Geld

Das Darlehen ist nicht der einzige Mehrbedarf im Bundeshaushalt. Die Rentenversicherung benötigt kurzfristig zusätzlich 408 Mio. Euro (CHF 374 Mio.). Das Geld hängt mit der Rentenreform zusammen, die das Rentenniveau bis zum 1. Juli 2031 bei mindestens 48 % sichert. Für die Grundsicherung sind weitere 250 Mio. Euro (CHF 229 Mio.) vorgesehen. Hier schlagen die höheren Zusatzbeiträge der Krankenkassen durch, welche die Jobcenter übernehmen.

Für die Schweiz ist die Entwicklung wichtig, weil Deutschland zu ihren grössten Handelspartnern zählt. Eine schwache deutsche Nachfrage trifft besonders Zulieferer aus der Maschinen- und Metallindustrie.

Quellen

  1. Bund verschuldet sich weiter: Fünf Milliarden Euro mehr für Arbeitslosengeld geplant (05.11.2026) – Stuttgarter Nachrichten
  2. Bund zahlt fünf Milliarden Euro mehr für BA (05.11.2026) – dts Nachrichtenagentur / Finanznachrichten
  3. Hohe Ausgaben: Bundesagentur für Arbeit braucht 5 Milliarden Euro Notkredit (05.11.2026) – FAZ

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.