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Nachtragshaushalt

Auch gesucht als: Nachtragskredit, Zusatzbudget, Supplementary Budget, Nachtragsbudget, Nachtrag zum Voranschlag

🇬🇧 Englisch
supplementary budget
🇫🇷 Französisch
crédit supplémentaire / budget rectificatif
🇮🇹 Italienisch
credito aggiuntivo / bilancio suppletivo
Kurz erklärt

Ein Nachtragshaushalt ist eine Ergänzung oder Änderung des bereits beschlossenen Staatsbudgets während des laufenden Jahres. Er wird nötig, wenn unvorhergesehene Ausgaben anfallen oder Einnahmen wegbrechen.

Weil ein Budget im Voraus beschlossen wird, können Krisen, Naturkatastrophen oder neue politische Beschlüsse zusätzliche Mittel erfordern. In Deutschland verabschiedet der Bundestag dafür einen Nachtragshaushalt. Beim Schweizer Bund heissen die entsprechenden Vorlagen Nachtragskredite: Der Bundesrat beantragt sie, das Parlament bewilligt sie in der Regel in der Sommer- und in der Wintersession. In dringenden Fällen kann der Bundesrat Ausgaben vorab beschliessen, die das Parlament später genehmigen muss.

In der Covid-Krise 2020 bewilligte das Schweizer Parlament über Nachtragskredite Milliardenbeträge, etwa für Kurzarbeit und Überbrückungskredite. Für Anleger sind grosse Nachtragshaushalte relevant, weil sie die Neuverschuldung erhöhen und damit das Angebot an Staatsanleihen vergrössern können. Gleichzeitig wirken sie oft wie ein Konjunkturimpuls. In Ländern mit Schuldenbremse, wie der Schweiz oder Deutschland, stellt sich jeweils die Frage, ob Ausgaben als ausserordentlich gelten.

Allgemeine Erklärung, keine Anlageberatung.