Technologie

Canva baut um: 1271 Stellen betroffen, das Wachstum bremst erstmals seit zehn Jahren

4. November 2026, 01:25 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Die australische Design-Plattform Canva trifft mit ihrem Umbau 22 % der Belegschaft. Gründerin Melanie Perkins spricht vom schwersten Moment der Firmengeschichte. Der Fall zeigt, wie stark künstliche Intelligenz auch erfolgsverwöhnte Softwarefirmen unter Druck setzt.

Canva hat am 3. November den grössten Umbau seiner Geschichte angekündigt. Betroffen sind 1271 Personen, das entspricht 22 % der Belegschaft. Die Zahl umfasst Mitarbeitende, die das Unternehmen verlassen, die eine neue Rolle erhalten oder umziehen sollen. Wie viele Stellen tatsächlich wegfallen, wollte Canva laut dem Techportal Implicator nicht sagen.

Es ist die erste Entlassungsrunde, die den ganzen Konzern erfasst. Chefin Melanie Perkins schrieb in einer internen Mitteilung sinngemäss, dies sei ohne Zweifel der schwierigste Moment in den 13 Jahren des Unternehmens. Das Wachstum habe sich erstmals seit einem Jahrzehnt verlangsamt, kleine Änderungen reichten nicht mehr aus.

Prognose gekappt, Börsengang rückt in die Ferne

Laut Implicator hat Canva die Umsatzprognose um ein Drittel gesenkt und erwartet für dieses Jahr noch 20 % Wachstum. 2025 waren es 38 %, im Jahr davor 45 %. Das Unternehmen hat auch die eigene Bewertung reduziert. Der grösste Risikokapitalgeber Blackbird, der rund 10 % hält, setzte seinen Wert im August um 17 % tiefer an. Ein einst für 2027 erwarteter Börsengang liegt Berichten zufolge auf Eis. Canva selbst sagt, man gehe an die Börse, wenn es sinnvoll sei.

Perkins nennt die künstliche Intelligenz (KI) nicht direkt als Grund für den Abbau. Sie schreibt aber, neue Technologie verändere, was Menschen erschaffen und was sie von Produkten erwarten. Die Technik drückt zudem auf die Kosten: Canva verschob sein grösstes KI-Update, weil der Betrieb für über 200 Millionen Gratisnutzer die Gewinne schmälerte.

Neue Struktur mit Schwerpunkt Sydney

Die Bereiche Produkt, Wachstum und Plattform werden zu einer einzigen Einheit zusammengelegt, die Führungsebenen werden verschlankt. Sydney soll Hauptstandort für mehr Produktteams werden. Ab Januar sollen die meisten Beschäftigten mit Hybridmodell zwei bis drei Tage pro Woche im Büro arbeiten.

Wer geht, erhält mindestens sechs Monatslöhne inklusive gesetzlicher Ansprüche und, wo Canva dies anbietet, zwölf Monate Krankenversicherung. Ausserdem können Austretende bis zum 14. Dezember ihr Interesse an einem Zuschuss von 10 000 Dollar (CHF 8200) für eine eigene Firma oder ein Gemeinschaftsprojekt anmelden. Perkins will am 10. November an einer Betriebsversammlung zur Belegschaft sprechen.

Eine Branche im Umbruch

Canva steht nicht allein. Die Aktie des Konkurrenten Figma hat laut Implicator seit Jahresbeginn 44 % verloren. Atlassian strich im März 1600 Stellen, WiseTech Global kündigte den Abbau von 2000 Stellen an, und Squarespace meldete einen Tag vor Canva Entlassungen, die 19 % der Belegschaft betreffen.

Quellen

  1. Canva Overhaul Hits 1,271 People, 22% of Its Staff (03.11.2026) – Implicator.ai
  2. Canva Restructuring Affects 1,271 People as Growth Slows (03.11.2026) – Securities.io

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.