Chemie und Pharma: Schweiz bleibt auf Platz 3, rutscht bei der Innovation aber auf Rang 7 ab
Der Schweizer Chemie- und Pharmastandort hält sich laut einem neuen Index in der Weltspitze. Bei Innovation und Technologie verliert er aber erneut Boden, in der Pharma reicht es noch für Rang 9. China klettert rasch nach oben.
Die Schweiz belegt im Global Industry Competitiveness Index 2026 den dritten Platz. Die Rangliste führen die USA an, dahinter folgt Irland. Das zeigt die Studie, die BAK Economics jährlich im Auftrag des Branchenverbands Scienceindustries erstellt und die am 4. November vorgestellt wurde. Der Index vergleicht in der Fassung von 2025 40 Länder in vier Bereichen: Leistung, Marktposition, Innovation und Standortqualität.
Die Stärke der Schweiz liegt laut Studienautor Michael Grass in der Breite. Kein anderes untersuchtes Land ist so breit aufgestellt, bei allen Indikatoren liegt die Schweiz unter den ersten zehn.
Rückstand wächst, je näher die Forschung am Patienten ist
Die Schwäche zeigt sich bei Innovation und Technologieführerschaft. Dort fiel die Schweiz laut Reuters von Rang 5 auf Rang 7. 2024 hatte sie noch Rang 2 belegt. Die Chemie bleibt in diesem Bereich nahe an der Spitze, die Pharma rutschte von Rang 8 auf Rang 9. Das ist bemerkenswert, weil die Pharma das Ergebnis dominiert: 2023 stellte sie 87 % der Wertschöpfung beider Branchen in der Schweiz.
Als Gründe nennt die Studie wenige klinische Studien, den geringen Digitalisierungsgrad im Gesundheitswesen, den begrenzten Einsatz von künstlicher Intelligenz und die Art der Medikamentenvergütung. Die Forschungsbasis gilt als sehr stark, doch der Abstand wächst, je näher die Forschung an den Patienten rückt. Ein neuer Indikator macht das sichtbar: Bei der Dichte klinischer Studien in frühen Phasen liegt die Schweiz weltweit nur auf Rang 24.
Annette Luther, Präsidentin von Scienceindustries und bei Roche für die externen Beziehungen in der Schweiz zuständig, findet deutliche Worte. Das Abrutschen gebe zu denken, sagte sie. Gegenüber Reuters mahnte sie sinngemäss, die Welt werde nicht auf die Schweiz warten. Das Gesundheitswesen müsse digitalisiert werden, damit das Land bei klinischen Studien nicht weiter zurückfalle.
China legt vier Plätze zu
China stieg um vier Ränge auf Platz 12. Das Land punktet bei Marktposition, Patenten, der Zahl klinischer Studien und den Forschungsausgaben. Schwächen bestehen bei der Standortqualität, also etwa bei Regulierung und Schutz des geistigen Eigentums, doch auch dort gab es zuletzt Fortschritte. Grass hält es für möglich, dass China in ein bis zwei Jahren bereits weit vorne liegt.
Quellen
- Schweizer Chemie- und Pharmastandort zeigt bei Innovation Schwächen (04.11.2026) – cash.ch / AWP
- Swiss pharma industry behind in technology and clinical trials, index shows (04.11.2026) – Reuters via 93.3 The Drive
- Global Industry Competitiveness Index (GICI) 2025 (2025) – BAK Economics / Scienceindustries
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.