Schweiz

China stoppt laut FT den Verkauf der ABB-Robotik an SoftBank für 5,4 Mrd. Dollar (CHF 4,4 Mrd.)

5. November 2026, 07:25 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Chinas Planungsbehörde will den Verkauf der ABB-Robotiksparte an SoftBank laut «Financial Times» nicht bewilligen. Für ABB steht ein Milliardenerlös auf dem Spiel, denn China ist der grösste Markt der Sparte. Beide Firmen haben den Bericht nicht kommentiert.

Die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC), Chinas oberste Wirtschaftsplanungsbehörde, hat SoftBank laut einem Bericht der «Financial Times» vom 5. November mitgeteilt, dass sie die Übernahme nicht genehmigen werde. Die Zeitung beruft sich auf mehrere mit der Sache vertraute Personen. Es handelt sich also um einen Medienbericht: Die Nachrichtenagentur Reuters konnte ihn nicht bestätigen, und ABB und SoftBank wollten sich nicht äussern.

Laut dem Bericht kam die Absage für SoftBank überraschend. Der japanische Investor sei noch bis letzte Woche von einer Bewilligung ausgegangen. Nun wolle er klären, was schiefgelaufen ist, und einen neuen Antrag prüfen. Eine Lösung ist bisher nicht in Sicht.

Die Sorge gilt den Daten

Die NDRC befürchtet gemäss FT, dass Robotikdaten ins Ausland abfliessen und dort zum Training von KI-Modellen dienen. Genannt wird auch OpenAI, an dem SoftBank bedeutend beteiligt ist. China ist mit rund 30 % des Geschäfts der grösste Markt der Sparte, und mehr als 90 % der Roboter für chinesische Kunden werden im Land selbst gebaut. Darum hat Peking in diesem Fall einen starken Hebel.

Was für ABB auf dem Spiel steht

ABB und SoftBank hatten den Verkauf im Oktober 2025 vereinbart, zu einem Unternehmenswert von 5,375 Mrd. Dollar (CHF 4,4 Mrd.). ABB rechnete damals mit Nettozuflüssen von rund 5,3 Mrd. Dollar (CHF 4,3 Mrd.) und einem Buchgewinn vor Steuern von etwa 2,4 Mrd. Dollar (CHF 2 Mrd.). Der Abschluss war für Mitte bis Ende 2026 geplant. Die EU hatte das Geschäft im März ohne Auflagen bewilligt, die Genehmigungen aus China und den USA standen Ende Oktober noch aus.

Die Sparte beschäftigt rund 7000 Personen und setzte 2024 etwa 2,3 Mrd. Dollar (CHF 1,9 Mrd.) um, rund 7 % des Konzernumsatzes. Scheitert der Verkauf, müsste ABB neu über ihre Zukunft entscheiden. Vor dem SoftBank-Angebot hatte der Konzern im April 2025 eine eigene Börsenkotierung der Sparte angekündigt. Eine Rückkehr zu diesem Plan ist bisher nicht bekannt.

Die ABB-Aktie schloss am 4. November bei 70,46 Franken, 2,8 % tiefer. Die SoftBank-Aktie verlor am Donnerstag im Tokioter Vormittagshandel rund 5 %, wobei auch der breite Ausverkauf bei KI-Werten belastete.

Quellen

  1. China blockiert offenbar ABB-Verkaufspläne für Robotiksparte (05.11.2026) – cash.ch / AWP
  2. ABB Aktie: China will Robotik-Verkauf blockieren (05.11.2026) – ad-hoc-news
  3. China blocks SoftBank’s $5.4 billion ABB robotics deal, FT says, in blow to Son’s AI push (05.11.2026) – investingLive
  4. ABB to divest Robotics division to SoftBank Group (08.10.2025) – ABB

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.