Konjunktur

Chinas Dienstleister bremsen überraschend: Index fällt auf 50,8 Punkte, Rabatte drücken auf die Margen

4. November 2026, 05:26 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Der RatingDog-Einkaufsmanagerindex für Chinas Dienstleister sank im Oktober auf 50,8 Punkte. Erwartet waren 51,5. Die Firmen senken die Preise, während ihre Kosten so schnell steigen wie seit fünf Monaten nicht mehr.

Chinas Dienstleistungssektor hat im Oktober an Schwung verloren. Der private Einkaufsmanagerindex von RatingDog und S&P Global fiel laut der am 4. November veröffentlichten Umfrage von 51,6 auf 50,8 Punkte. Das ist der tiefste Stand seit drei Monaten. Laut ActionForex hatten Ökonomen mit 51,5 Punkten gerechnet. Werte über 50 zeigen Wachstum an, die Dienstleister expandieren also weiter, nur langsamer.

Auch der Gesamtindex für Industrie und Dienstleistungen gab nach, von 52,4 auf 52,0 Punkte. Die Industrie legte zwar schneller zu, konnte die schwächeren Dienstleister aber nicht ausgleichen.

Kosten steigen, Preise sinken

Am meisten Sorgen bereitet die Lage bei den Margen. Die Einkaufspreise stiegen so stark wie seit fünf Monaten nicht mehr. Die Firmen nannten Löhne, Rohstoffe und Öl als Treiber, einige auch Sozialabgaben. Die Verkaufspreise sanken dagegen zum zweiten Mal in Folge, wenn auch weniger stark als im September. Der Wettbewerb und Rabatte verhindern, dass die Unternehmen ihre höheren Kosten weitergeben. Die Feiertage der Goldenen Woche im Oktober brachten laut Reuters kaum Unterstützung.

RatingDog-Gründer Yao Yu fasste es so zusammen: Neue Rabatte und steigende Kosten hätten die Profitabilität belastet. Das Geschäftsvertrauen fiel auf den tiefsten Stand seit Juli. Die Firmen verwiesen dabei auf die Einkaufspreise und den härteren Wettbewerb.

Nicht alles ist schwach

Bei den Aufträgen sieht das Bild besser aus. Das Neugeschäft blieb solide, die Exportaufträge nahmen zum sechsten Mal in Folge zu, allerdings nur noch wenig. Das ist die längste Serie seit 2024. Auch die Beschäftigung stieg zum sechsten Mal in Folge und sogar schneller als im September. Die Firmen stellten laut Reuters Voll- und Teilzeitkräfte ein, um die laufende Arbeit zu bewältigen. Die unerledigten Aufträge gingen hingegen erstmals seit Oktober 2025 zurück. Das führt der Bericht auch auf Effizienzgewinne durch künstliche Intelligenz zurück.

Die Zahlen treffen auf nervöse Märkte. Laut Bloomberg stützen staatsnahe Fonds den chinesischen Aktienmarkt derzeit mit höheren Käufen, zudem kündigen mehr Firmen Aktienrückkäufe an. Trading Economics rechnet in seinem Modell bis Ende des Quartals wieder mit rund 52 Punkten.

Quellen

  1. China Services PMI Slows to 50.8 as Rising Costs and Price Cuts Squeeze Margins (04.11.2026) – ActionForex
  2. China services PMI slows to 50.8 in October as price cuts meet rising costs (04.11.2026) – InvestingLive
  3. China's services growth slows to three-month low as confidence weakens (04.11.2026) – The Standard / Reuters
  4. China Services PMI (04.11.2026) – Trading Economics
  5. China Boosts Market Defense With National Team Buying, Buybacks (04.11.2026) – Bloomberg (Feed-Meldung)

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.