Konjunktur

Chinas Haushalte halten das Geld zusammen: Detailhandel wächst nur um 1,1 %, Autoverkäufe brechen ein

1. November 2026, 10:24 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Immobilienkrise und Sorgen um die Löhne bremsen den Konsum in China. Der Detailhandel legte in den ersten neun Monaten nominal nur um 1,1 % zu. Für Schweizer Luxus- und Uhrenhersteller bleibt der wichtige Markt schwierig.

Die chinesischen Konsumenten geben ihr Geld vorsichtig aus. Laut dem nationalen Statistikamt NBS stiegen die Detailhandelsumsätze im September gegenüber dem Vorjahr nur um 1,1 % auf 4243 Mrd. Yuan (CHF 528 Mrd.). Von Januar bis September betrug das Plus ebenfalls 1,1 %. Die Zahlen sind nicht um die Preisentwicklung bereinigt. Ohne Autos wuchsen die Umsätze im September um 3,9 %.

Gespart wird bei grossen Anschaffungen

Die Zahlen zeigen, wo die Haushalte sparen. Der Verkauf von Autos lag im September 21,2 % unter dem Vorjahr, Baumaterialien verloren 9,2 %, Möbel 3,0 %. Auch Gold und Schmuck wurden 9,6 % weniger verkauft. Gefragt waren dagegen Telefone und Kommunikationsgeräte mit einem Plus von 31,1 %, ebenso Tabak und Spirituosen sowie Nahrungsmittel.

Hinter der Zurückhaltung stehen die Immobilienkrise und die Sorge um Löhne und Arbeitsplätze. Der Immobiliensektor belastet weiter: Die Investitionen in die Projektentwicklung sanken von Januar bis September um 20,6 %, der Verkaufswert neuer Gebäude um 13,9 %. Die verfügbaren Einkommen pro Kopf stiegen real um 4,4 %, die Konsumausgaben pro Kopf aber nur um 2,7 %.

Vorsorgesparen statt Konsum

Ökonomen sprechen von Vorsorgesparen: Wer um Job und Einkommen fürchtet, legt Geld zurück. Die Einlagen der Haushalte erreichten 2025 rund 118 % des Bruttoinlandprodukts, wie MarketWatch berichtete. Der Grossteil dieser zusätzlichen Ersparnisse diene der Vorsorge, sagte Robin Xing, Chefökonom für China bei Morgan Stanley, sinngemäss. In einer Umfrage der Zentralbank Ende 2025 gaben 62,9 % der städtischen Sparer an, lieber mehr sparen zu wollen, nur 22,5 % wollten mehr ausgeben.

Die Regierung versucht gegenzusteuern. Für Prämien beim Ersatz alter Autos und Haushaltsgeräte stellt sie 2026 insgesamt 250 Mrd. Yuan (CHF 31 Mrd.) bereit. Dazu kommt ein Kindergeld von 3600 Yuan (CHF 448) pro Jahr bis zum Alter von drei Jahren. Ein im Juli verabschiedeter Plan sieht vor, die jährlichen Detailhandelsumsätze bis 2030 auf rund 60 Billionen Yuan (CHF 7460 Mrd.) zu steigern, nach 50,1 Billionen Yuan (CHF 6230 Mrd.) im Jahr 2025.

Schweizer Uhren spüren die Flaute

Für die Schweizer Exportindustrie bleibt China ein Sorgenkind. Die Uhrenexporte nach China sanken im September um 14,2 %, während die gesamten Uhrenexporte um 11,7 % auf CHF 2,23 Mrd. zulegten. Der Verband der Uhrenindustrie führte den Rückgang in China allerdings auch auf einen ungünstigen Vergleichswert im Vorjahr zurück. Nach Hongkong wurden 3,0 % mehr Uhren geliefert.

Quellen

  1. Total Retail Sales of Consumer Goods from January to September 2026 (20.10.2026) – National Bureau of Statistics of China
  2. Busy Factories, Cautious Households: China's Unfinished Turn Toward the Consumer (19.10.2026) – IndraStra Global
  3. Instead of shopping they're quietly stockpiling cash – 'shadow saving' (18.03.2026) – MarketWatch via Tiger Brokers
  4. Schweizer Uhrenexporte (20.10.2026) – Plattform J
  5. Schweizer Uhrenexporte legen im September erneut zu (20.10.2026) – Südostschweiz

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.