Devisen

Chinas Notenbank bremst den Yuan: Banken müssen ab 15. November mehr Dollar-Reserven halten

3. November 2026, 02:24 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Die People's Bank of China erhöht den Mindestreservesatz für Fremdwährungseinlagen von 4 auf 6 %. Sie will damit die rasche Aufwertung des Yuan abkühlen. Der Offshore-Yuan gab am Dienstag nach einem Hoch seit Juni 2022 prompt nach.

Die chinesische Notenbank hat am frühen Dienstag einen neuen Schritt gegen den starken Yuan angekündigt. Finanzinstitute müssen ab dem 15. November 6 statt 4 % ihrer Fremdwährungseinlagen als Reserve halten. Die Notenbank begründet dies offiziell damit, das Management der Devisenliquidität stärken zu wollen.

Der Mechanismus ist einfach: Müssen Banken mehr Dollar stillegen, stehen am heimischen Markt weniger Dollar zur Verfügung. Das stützt den Dollar und dämpft den Aufwärtsdruck auf den Yuan. Es ist laut dem Fachportal investingLive die erste Erhöhung seit Jahren. Die Notenbank griff zuletzt 2021 zweimal zu diesem Mittel, als der Yuan stark zulegte. In den Jahren 2022 und 2023 senkte sie den Satz dagegen bei Abwertungsdruck.

Eher Warnschuss als Trendwende

Die direkte Wirkung gilt als gering. Die australische Bank ANZ hatte den Effekt der gleich grossen Senkung von 2022 auf rund 20 Mrd. Dollar (CHF 16 Mrd.) beziffert. Wichtiger ist deshalb das Signal. investingLive wertet den Schritt als Warnschuss, nicht als Kurswechsel. Als wichtigster Gradmesser für weitere Schritte gilt der tägliche Referenzkurs der Notenbank. Er lag zuletzt bei rund 6,71 Yuan je Dollar und damit deutlich schwächer als die in einer Reuters-Umfrage erwarteten rund 6,65 bis 6,66.

Der Markt reagierte sofort. Der Offshore-Yuan, also der ausserhalb Festlandchinas gehandelte Yuan, steuerte laut Bloomberg auf den ersten Rückgang seit fast drei Wochen zu. Er notierte am Dienstag früh bei rund 6,66 Yuan je Dollar, nach rund 6,64 am Montag. Das war der höchste Stand seit Juni 2022.

Exportstärke treibt, Politik drängt

Hinter der Aufwertung stehen vor allem die Exporte. Sie stiegen im September gegenüber dem Vorjahr um 36,3 % auf 447,18 Mrd. Dollar (CHF 366 Mrd.). Seit Jahresbeginn hat der Yuan zum Dollar rund 5 % gewonnen. Bereits im Februar hatte die Notenbank versucht, das Tempo zu drosseln, und die Reservepflicht auf Devisentermingeschäfte von 20 % auf null gesenkt. Die Binnenwirtschaft liefert derweil schwache Signale: Die offiziellen Einkaufsmanagerindizes fielen im Oktober auf 49,3 Punkte in der Industrie und 49,7 Punkte bei den Dienstleistern, also unter die Wachstumsschwelle von 50.

Die Analysten von Barclays sehen die Notenbank dabei, das Tempo der Aufwertung zu steuern, nicht deren Richtung. Dazu passt der politische Druck von aussen. US-Finanzminister Scott Bessent will wegen des hohen chinesischen Handelsüberschusses die G20 zu gemeinsamem Druck auf Peking bewegen. Europäische Finanzbeamte wollen laut South China Morning Post in den kommenden Monaten in Peking über den Yuan sprechen. Auch der koreanische Won, der Taiwan-Dollar und der australische Dollar könnten laut investingLive die Bremsung zu spüren bekommen.

Quellen

  1. China's PBOC lifts FX reserve ratio to 6%: what it means for the yuan, AUD (03.11.2026) – investingLive
  2. China to raise forex deposit reserve ratio to 6% starting November 15 (03.11.2026) – Reuters via Investing.com
  3. Offshore Yuan Weakens After PBOC Moves to Cool Currency Rally (03.11.2026) – Bloomberg
  4. Offshore Yuan: Kursmeldungen (02.11.2026) – Trading Economics
  5. Peter's Asian Business & Finance Briefing (03.11.2026) – Peter Lewis Money Talk

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.