Chinas Notenbank stützt die Börse: Dritte Swap-Runde mit über 100 Mrd. Yuan (CHF 12,4 Mrd.)
Nach dem schlechtesten Börsenmonat seit 2016 greift Peking zu einem bekannten Instrument. Am 3. November führt die Notenbank eine neue Swap-Operation für Broker und Fonds durch, 31 Firmen haben über 100 Mrd. Yuan (CHF 12,4 Mrd.) beantragt.
Die People's Bank of China (PBOC) hat am 2. November angekündigt, am Folgetag ihre Swap-Fazilität für Wertpapierhäuser, Fonds und Versicherer zu aktivieren. Die Laufzeit beträgt ein Jahr und kann verlängert werden. Laut der Mitteilung haben 31 Wertpapier- und Fondsgesellschaften Bedarf angemeldet, die beantragte Summe liegt über 100 Mrd. Yuan (CHF 12,4 Mrd.). Als Ziel nennt die Notenbank eine gesunde und stabile Entwicklung des Kapitalmarkts.
So funktioniert das Instrument
Bei der Fazilität tauschen Finanzfirmen weniger liquide Papiere wie Anleihen, Aktien-ETF oder Titel aus dem Index CSI 300 gegen hochliquide Staatsanleihen und Notenbankpapiere. Diese können sie wiederum zu Geld machen und in Aktien investieren. Die Notenbank gibt also kein Geld direkt an die Börse, sondern erleichtert den Instituten die Finanzierung von Käufen.
Es ist laut chinesischen Medien die dritte Operation dieser Art. Die erste im Oktober 2024 umfasste 50 Mrd. Yuan (CHF 6,2 Mrd.), die zweite im Januar 2025 55 Mrd. Yuan (CHF 6,8 Mrd.), mit je 20 Teilnehmern. Die neue Runde wäre gemessen an den Anträgen fast doppelt so gross. Die Gebühr lag zuletzt bei 10 Basispunkten (0,10 %). Das Finanzportal FX168 schreibt, sie könnte diesmal darunter liegen. Endvolumen und Konditionen wurden zunächst nicht genannt.
Zwölf Verlustwochen in Folge
Auslöser ist ein Einbruch von ungewöhnlichem Ausmass. Der CSI 300 verlor im Oktober 8,5 %, so viel wie seit Anfang 2016 nicht mehr, und fiel zwölf Wochen in Folge, was laut Berichten ein Rekord ist. Insgesamt summiert sich das Minus in dieser Zeit auf rund 15 %, womit der Index als Bärenmarkt gilt. Neben der schwachen Binnennachfrage belasten Zweifel an den Erträgen der KI-Investitionen. Sowohl der offizielle Einkaufsmanagerindex der Industrie als auch jener der übrigen Wirtschaft fielen im Oktober unter die Wachstumsschwelle von 50 Punkten.
Die Swap-Runde ist Teil eines breiteren Pakets. Notenbank, Bankenaufsicht und Börsenaufsicht beraten über Kreditprogramme für Aktienrückkäufe. Laut dem Finanzportal Cailian will eine grosse Staatsbank zudem die Kreditlinie für zwei staatliche Vermögensverwalter der sogenannten Nationalmannschaft um bis zu 200 Mrd. Yuan (CHF 25 Mrd.) erhöhen. Das Geld soll Aktienkäufe ermöglichen.
Die Märkte reagierten bisher verhalten positiv. Am Montag stieg der Shanghai Composite um 1,08 % auf 3638 Punkte, der technologielastige Star 50 um 3,11 %. Die Hoffnung richtet sich nun auf den Ständigen Ausschuss des Volkskongresses, der laut der koreanischen Financial News bis zum 6. November über Umfang und Art zusätzlicher Staatsausgaben berät.
Quellen
- 央行将于明日开展证券、基金、保险公司互换便利操作 互换期限1年 (02.11.2026) – China News Service
- 央行11月3日将开展证券、基金、保险公司互换便利操作 申请额度超过1000亿元 (02.11.2026) – Sina / Beijing News
- 启动第三次互换便利操作招标 (02.11.2026) – FX168
- China's stock market suffers its worst month in 10 years (02.11.2026) – Financial News
- China Regulators Seek Bank Support as Stock Slump Deepens (02.11.2026) – China Money Network
- PBOC Trades USD7.5 Billion of Assets in Second, Bigger Swap Facility Operation (Januar 2025) – Yicai Global
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.