US-Regierung stellt Constellation bis zu 5 Milliarden Dollar für leistungsstärkere Atomkraftwerke in Aussicht
Das US-Energieministerium hat dem grössten Atomkraftwerksbetreiber der USA ein bedingtes Darlehen von bis zu 5 Mrd. Dollar zugesagt. Acht bestehende Anlagen sollen zusammen fast 1,1 Gigawatt mehr Strom liefern. Die Aktie schloss rund 2,6 % höher.
Constellation Energy hat am 27. Oktober eine bedingte Kreditzusage über bis zu 5 Mrd. Dollar erhalten, umgerechnet rund CHF 4,1 Mrd. Das Geld stammt vom Office of Energy Dominance Financing, der Finanzierungsstelle des US-Energieministeriums. Es soll sogenannte Uprates finanzieren. Gemeint sind technische Nachrüstungen, etwa an Turbinen, mit denen bestehende Reaktoren mehr Leistung erbringen, ohne dass neue Kraftwerke oder Stromleitungen gebaut werden müssen.
Laut dem Ministerium könnten die Projekte zusammen fast 1,1 Gigawatt zusätzliche Leistung bringen. Betroffen sind sechs Anlagen in Illinois (Braidwood, Byron, Clinton, Dresden, LaSalle und Quad Cities) sowie Calvert Cliffs in Maryland und Limerick in Pennsylvania. Gemäss Bloomberg enthält das Angebot zudem eine Option, später weitere Constellation-Standorte zu finanzieren.
Noch kein fertiger Kredit
Die Zusage ist an Bedingungen geknüpft. Constellation muss eine Due-Diligence-Prüfung durchlaufen und die Finanzierungsverträge erst noch aushandeln. Zinssatz und Laufzeit hat das Unternehmen nicht genannt. Constellation betont in der Mitteilung zudem, dass noch nicht entschieden ist, welche Nachrüstungen an welchen Standorten tatsächlich umgesetzt werden. Der staatliche Kredit könne aber die Finanzierungskosten senken und die Projekte beschleunigen.
Konzernchef Joe Dominguez sagte, die Zusage helfe dem Unternehmen, schneller und weiter zu gehen und mehr verlässlichen Strom ins Netz zu bringen. Energieminister Chris Wright sprach von einer «nuklearen Renaissance» unter Präsident Donald Trump. Laut Reuters verwies Wright auf Darlehensprogramme seines Ministeriums im Umfang von mehreren hundert Milliarden Dollar, die vor allem der Atomkraft zugutekommen sollen.
Tech-Konzerne treiben die Nachfrage
Hinter dem Ausbau steht die stark steigende Stromnachfrage in den USA, vor allem durch Rechenzentren für künstliche Intelligenz. Constellation hat dafür in diesem Jahr mehrere langfristige Verträge abgeschlossen. Am 30. September kündigte das Unternehmen eine 20-jährige Vereinbarung mit Amazon an, die Investitionen von über 3 Mrd. Dollar in Calvert Cliffs stützt. Am 6. Oktober folgte Google mit über 4,3 Mrd. Dollar für 890 Megawatt zusätzliche Leistung an elf Reaktoren. Die ersten neuen Kapazitäten sollen 2028 ans Netz gehen.
Neue Reaktoren brauchen in den USA oft zehn Jahre oder mehr bis zur Inbetriebnahme. Nachrüstungen gelten als schneller und günstiger. Das Energieministerium hatte im März das Programm UPRISE lanciert, um mehr Strom aus der bestehenden Flotte zu holen. Ein Dekret Trumps sieht 5 Gigawatt zusätzliche Leistung durch solche Nachrüstungen vor. Laut Ministerium sind davon bereits 96 % erreicht.
Die Aktie von Constellation stieg im Tagesverlauf um bis zu 5,3 % und schloss an der Nasdaq bei 258,98 Dollar, rund 2,6 % über dem Vortag. Bloomberg weist allerdings darauf hin, dass Constellation inzwischen für einen grossen Teil seiner Flotte Ausbauprojekte angekündigt hat. Der Spielraum für weitere solche Verträge könnte damit kleiner werden.
Quellen
- US-Regierung fördert Atomkraft mit Milliardenkredit für Constellation (27.10.2026) – cash.ch / Reuters
- US Offers Constellation $5 Billion Financing to Spur Nuclear (27.10.2026) – Bloomberg via Yahoo Finance
- US Energy Dept. Offers Constellation $5B to Accelerate Nuclear Plant Uprates (27.10.2026) – ENR
- Constellation Secures Conditional DOE Loan Commitment of up to $5 Billion (27.10.2026) – Business Wire via StockTitan
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.