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David Jones geht nach 188 Jahren in die Insolvenz: Bis zu 26 von 38 Warenhäusern könnten schliessen

5. November 2026, 01:25 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Australiens ältestes Warenhaus ist pleite. David Jones steht seit Donnerstag unter Insolvenzverwaltung, der Kreditgeber Hilco hat zusätzlich Zwangsverwalter eingesetzt. Für den Eigentümer Anchorage Capital dürfte das Investment verloren sein.

David Jones hat am 5. November erstmals in seiner 188-jährigen Geschichte die freiwillige Insolvenzverwaltung eingeleitet. Das australische Verfahren heisst «Voluntary Administration» und verschafft einem Unternehmen eine Atempause vor den Gläubigern. Der Verwaltungsrat bestellte McGrathNicol als Verwalter. Parallel setzte der auf Krisenfälle spezialisierte Kreditgeber Hilco die Firma FTI Consulting ein, die das Geschäft führen soll, bis es umgebaut und verkauft ist.

Die Kette betreibt 38 Filialen in Australien und Neuseeland. Zur Belegschaft nennen die Berichte Werte zwischen über 5000 und über 6000 Personen. FTI will noch in dieser Woche sagen, welche Standorte schliessen und wie viele Stellen wegfallen. Laut australischen Medien geht es um bis zu 26 Filialen, darunter fünf in Westfield-Zentren: Parramatta, Hornsby, Southland, Woden und Carousel.

Der Mietstreit gab den Ausschlag

Scentre Group, Eigentümerin der Westfield-Zentren, ist der grösste Vermieter. 17 der Filialen liegen in ihren Einkaufszentren. Scentre erklärte, seit dem 30. September keine Miete mehr erhalten zu haben, und Chef Elliott Rusanow bezeichnete David Jones als vertragsbrüchig. Die Kette wollte drei Monate Mieterlass und ein deutlich kleineres Netz mit rund 12 Schlüsselfilialen. Die Gespräche scheiterten.

Ganz ungeschützt sind die Vermieter nicht. Laut dem Fernsehsender 1News liegen Bankbürgschaften über 45 Mio. Australische Dollar (CHF 26 Mio.) vor. Auf Scentre entfallen davon 30 Mio. Australische Dollar (CHF 17 Mio.), das entspricht etwa acht Monatsmieten.

Ein Beispiel für den Wertzerfall im Warenhaus

Die Zahlen zeigen den Absturz. Woolworths Holdings aus Südafrika zahlte 2014 rund 2,1 Mrd. Australische Dollar (CHF 1,2 Mrd.) für David Jones. Die Private-Equity-Firma Anchorage Capital Partners aus Sydney übernahm das Unternehmen 2023 für rund 100 Mio. Australische Dollar (CHF 57 Mio.). Für 2025 wird ein Verlust von 95,5 Mio. Australischen Dollar (CHF 55 Mio.) genannt, nach 74,1 Mio. (CHF 42 Mio.) im Vorjahr. Luxusmarken wie Dior, Gucci und Chanel hat die Kette verloren, Lieferanten klagten über verspätete Zahlungen.

Anchorage führt schwaches Konsumklima und den Strukturwandel im Warenhaus als Gründe an. Es ist die dritte prominente Pleite einer Anchorage-Beteiligung nach Dick Smith und Scott's Refrigerated Logistics. Auch die Konkurrenz leidet: Myer verlor im letzten Geschäftsjahr 276 Mio. Australische Dollar (CHF 158 Mio.), Macy's schliesst in den USA 150 Filialen. Die Analystin Mia Jeremic von IBISWorld verweist auf Online-Händler wie Amazon und Shein. Zwangsverwalter Christopher Hill von FTI sagte, das Verfahren schaffe Raum für eine Restrukturierung.

Quellen

  1. David Jones enters administration, receivership; store closures loom (05.11.2026) – Inside Retail Australia
  2. David Jones collapses into administration (04.11.2026) – Yahoo Finance Australia
  3. Behind on rent, David Jones teeters on edge of collapse (05.11.2026) – 1News / AAP
  4. David Jones enters administration, leaving thousands of jobs in limbo (05.11.2026) – HRD / HCAMag
  5. Australia's oldest department store David Jones facing financial collapse after 188 years (03.11.2026) – The Nightly / 7NEWS

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.